6. Prozesstag am Di., 05.10.2010 - Gerichtsmediziner - Verlesung Schüleraussagen

Rechtlicher Hinweis:

Anonymisierungsangebot


Jede der in diesem Artikel mit vollem Namen genannte Person, die eine Anonymisierung wünscht, möge sich bitte auf dem kurzen Dienstweg mit den Seitenbetreibern in Verbindung setzen.

Es handelt sich hierbei um Mitschriften eines öffentlichen Prozesses und einem entsprechenden öffentlichen Interesse an der Sache an sich.
Mit dem Anonymisierungsangebot erkennen wir jedoch an, dass wir evtl. Persönlichkeitsrechte als vorrangig behandeln und uns auch keinesfalls die im Prozess benannten Abläufe und Zitate zu eigen machen, sondern gerade eben die mögliche Unzulänglichkeit der dort getroffenen Aussagen ausstellen wollen.


Der Sachverständige Prof. Wehner zur Leichenschau der Opfer


Es erscheint der 67jährigen Prof. Heinz-Dieter Wehner , der bei den Opfern die Leichenschau und bei Tim K. die Obduktion durchgeführt haben will, dies alles zusammen mit 2 Kollegen, die später auch noch auftreten.

Jeder der 3 Personen zeichnet sich verantwortlich für die gerichtsmedizinische Untersuchung eines Teiles der Toten.

Zunächst erzählt der Sachverständige munter drauf los. Es ist ein älterer gesetzter Mann, der Erfahrung und Glaubwürdigkeit vermitteln soll.

Am Morgen des 11.03. habe er vom Amoklauf an der ARS erfahren.

Noch während der Täter flüchtig war, habe der S. die Toten in der ARS in Augenschein genommen, die Klassenzimmer inspiziert.

Die Toten wurden nicht obduziert (Ausnahme Tim), sondern nur inspiziert (d.h. Oberflächenbegutachtung – keine Öffnung) und ein CT durchgeführt, um eine Diagnose zur Todesursache und Überlebenszeit stellen zu können und später den Schussverlauf rekonstruieren zu können.

Am Abend des 11.03. fing man damit an und wurde erst am Morgen des 12.03. damit fertig.

In der Fortsetzung wurde die Leiche des Tim K. seziert.

Man musste Ein- von Ausschüssen unterscheiden und feststellen, welche Wirkung die Schüsse hatten.

Es wurde in einem 3er Team gearbeitet, neben dem S. noch Privatdozent Wehner (nicht verwandt) und Dr. Benz.

Die Fotos wurden von Kripobeamten gemacht.

Die Leichen wurden entkleidet, die Kleidung wurde von der Kriminaltechnik untersucht.

Die Verletzungen wurden beschrieben und die Schusslücken nummeriert, dies wurde in die jeweiligen Protokolle eingetragen.

Zuerst erfolgte die morphologische Beschreibung, dann mussten die Schusslücken zugeordnet werden (Was ist ein Einschuss? Was ist der zugehörige Ausschuss? ).
Dies sei nicht immer einfach.

Der S. erklärt kurz den Unterschied zwischen Ein- und Ausschuss.
Dies gebe ich hier nicht wieder, Interessierte können sich darüber in entsprechender Literatur kundig machen.

Nur soweit: Kleidung verwerfe die Achse des Projektils, so dass in diesen Fällen die Zuordnung schwieriger sei.

Der R. erklärt dem S., dass aus Gründen des Schutzes der Angehörigen keine Fotos gezeigt werden sollen und nicht alle Einzelheiten nötig sind. Der S. solle sich pro Fall auf eine Gesamtbeurteilung beschränken.

Spezielle Fragen können später gestellt werden.

Der S. habe 5 Fälle verantwortlich „behandelt“.


Chantal Schill:


Hier gab es 2 Einschüsse in den Rücken, die starke Toraxblutungen und eine Zerstörung der Lunge zur Folge hatten. Es entsteht hier ein Blutmangelschock, was i.d.R. zu sofortigem Tod führt. Eine längere Überlebenszeit ist nicht denkbar.
Der Sachverständige vergleicht mit dem Ablauf im Ermittlungsbericht und attestiert, dass die Verletzungen hiermit in Einklang zu bringen seien.


Kristina Strobel:


Es fanden sich 4 Schussdefekte (hiermit sind Ein + Ausschüsse gemeint) :
2 Einschüsse im Rücken oberhalb der Gürtellinie, Opfer lag vornüber auf Tisch.
Einblutungen in die Toraxhöhle und Pneumotorax, Brustwirbelfraktur und Rückenmarksverletzung.
Dies führt zur sofortigen Verblutung und ist mit längerer Überlebenszeit unvereinbar.
Hier ebenfalls kein Widerspruch zum ermittelten Tatablauf.


Nina Mayer:


Es fanden sich hier zahlreiche(!) Lücken, die morphologisch nicht eindeutig zuzuordnen waren.
Als Einschüsse könnten gelten:
Linke Brust, links hinten auf Brusthöhe, 2mal vordere Axiliarlinie, also dass man sagen kann:
getroffen von vorne, der Seite und dem Rücken.
Schwerste Torax- und Bauchverletzungen mit Pneumotorax, Herzverletzung, Leberverletzung, zertrümmerte Brustwirbel 6+7, Rippenfrakturen, Rückenmarksverletzung.
Führt zu sofortigem Tod bei hohem Blutverlust.
Die Situation vor Ort stimmte hiermit überein.

Der S. betont an dieser Stelle, dass für ihn keine Selektion der Opfer erkennbar sei.
Der Oberkörper sei einfach am Leichtesten zu treffen.


Sigurt Wilk


Er wies sicher 3 Einschüsse und einen Ausschuss auf, wobei die Defekte 4 und 5 fraglich blieben:
Rechte Ohrmuschel, 8mm Lücke mit Schürfsaum und Schmauchring
Nackenfaltenbereich rechts von der Mitte, 9mm Lücke mit Schürfsaum und Vertrocknung
Ebenfalls Nackenfaltenbereich 8-9 mm Lücke mit Schürfsaum.
Die Verletzungen im Schädel-/Hirnbereich führen zum sofortigen Tod.


Hardy Schober fragt:

Sind bei den Schülerinnen die Pojektile wieder ausgetreten?

S

Ja, sonst hätte man im CT entsprechende Fremdkörper gesehen, allerdings haben sich Projektile teilweise zerlegt, so dass Metallteile zurückblieben.


Denis Puljic


Er wies zahlreiche Lücken auf, der gesamte Körper war betroffen:
Vorwiegend der linke Torax von der Hüfte aufwärts und der Arm. Es gab 11 Einschüsse.
Es ist mit sofortigem Verbluten zu rechnen.
Die Verletzungen des Arms deuten auf eine Abwehrhaltung hin, auf Parierbewegungen der Schüsse.


Tim K.


Tim K. wurde am morgen des 12.03. seziert:

Er wies einen Kopfschuss auf, der sich in etwa Stirnmitte leicht links außen befand und fast horizontal verlief.
Es handelt sich um einen aufgesetzten Nahschuss mit sternförmig aufgeplatzter Wunde vorn und Schmauchhöhle.
Der Ausschuss befindet sich am Hinterkopf leicht links der Mittellinie.
Es handelt sich also um einen Durchschuss.
Dies war auch die Todesursache.
Es gab auch 2 Einschüsse: 1 in der rechten Wade und 1 links in der Achillissehne.
Die Geschosse traten nicht wieder aus und wurden herausprepariert: rechts aus dem Tibiaknochen, links aus dem Sprunggelenk. Sie wurden der Kriminaltechnik übergeben.

R

Welche Schlußfolgerungen ziehen Sie aus der Schmauchbildung am Kopf?


S

Dies deutet immer auf einen aufgesetzten Nahschuss hin.


R

Kann man sich diesen selbst beibringen?


S

In ganz typischer Weise. Dies ist typisch suizidal.


R

Von der zeitlichen Einordnung her waren die Schussverletzungen in den Beinen ja früher, später kam erst der Kopfschuss. Der Täter hat sich ja noch eine gewisse Strecke fort – und vorwärtsbewegt.
Wie ordnen Sie diese Möglichkeit des Täters ein, sich nochmals fortzubewegen trotz dieser Verletzungen?


S

Die muskuläre Struktur war ja nicht beeinträchtigt, es war der Tibiakopf gebrochen. Unter Schmerzen konnte sich der Täter sicher noch fortbewegen, aber es ist die Frage, ob er diese bewußt realisiert hat. Nach dem Kopfschuss allerdings setzt eine sofortige Handlungsunfähigkeit ein.

R

Gab es sonst noch Auffälligkeiten oder etwas zum Gesundheitszustand des Tim?


S

Nein


Beisitzer:

Alkohol, Drogen?


S

Entsprechende Untersuchungen brachten ein negatives Ergebnis.


R

Gibt es von Ihrer Seite aus noch objektive Anknüpfungstatsachen, die auf den psychischen Zustand des Tim K. Rückschlüsse zulassen?
Beispielsweise besondere Übung mit der Waffe oder zielgerichtetes Vorgehen?


S

Nein, aus meiner Sicht wurden die Opfer nicht gezielt erschossen, es ist eher eine statistische Verteilung zu erkennen. Der Täter war geistig eher unstrukturiert.


Kammerbeschluß - Verlesung der Zeugenaussagen

Nun wird ein Beschluß vom R. bekannt gegeben:

Die Kammer hat entschieden, die Aussagen der Tatortzeugen, wie schon thematisiert worden ist, aus Gründen des Opferschutzes durch Verlesung einzuführen.


Die fragliche Nebenklage des Igor Wolf


Es kommt dann ein Schriftsatz des RA Lang zur Verlesung, betreffend NK-Zulassung des Igor Wolf (geb. 20.05.1967).

Hierin kommt zum Ausdruck, dass Herr Wolf, verursacht durch die Bedrohung mit der Schusswaffe des J.K., derartig traumatisiert wurde, dass er als Opfer einer fahrlässigen Körperverletzung zu werten sei.

Er leide seitdem unter depressiven Verstimmungen und sei in fachärztlicher Behandlung, sogar stationär gewesen vom 06.05.09 – 09.06.09 in der Ostalbklinik Aalen.

Er leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, die vor allem auftritt, wenn er mit dem Auto an Ampeln halten müsse.
Er fühle sich ständig unsicher, belastet und erschöpft und habe öfters Flashbacks.

Es folgt hierzu die Stellungnahme der STA : Es fehle hierzu jegliche rechtliche Grundlage, Geiselnahme sei für die NK in diesem Fall undenkbar und Herr Wolf sei in diese Belastungssituation nur durch das Nachstellen unverantwortlicher Medienvertreter geraten.

RA Lang entgegnet dazu:

KHK Stanislovski vom weißen Ring habe in einem Schreiben speziell dazu geraten, die Medien aufzusuchen, um so die „Flucht nach vorne“ anzutreten.
Die Medienbelastung sei ja gerade erst eine Folge der Tat.


RA Gorka schließt sich hier den Ausführungen der STA an.


R

Es handelt sich hier um eine seltene Situation, die Kammer wird sich mit diesem Beschluss befassen müssen.


Verlesung der Schüleraussagen I


Es folgt ein größerer Komplex: die Verlesung der ersten Schüleraussagen aus den betroffenen Klassenzimmern, die unterschiedlicher kaum sein könnten.


Elena Altmann



Es folgt die Vernehmung der Elena Altmann (geb. 19.01.1994 in Bad Cannstatt).

Vernehmung vom 16.03.09 in der Rems-Murr-Klinik, Waiblingen.

Meine Zusammenfassung dieser Vernehmung (bemerkenswertes fett, besonderes zusätzlich unterstrichen):

Es war der Deutschunterricht in der 3. Stunde, zuvor war Mathe.

E. sei noch um 09:10 mit ihrer Freundin Chantal Schill zur Toilette gegangen.

Ca. 20 Minuten danach sei die Türe aufgegangen.

Sie wisse das so genau, weil der Notruf ja um 09:33 gemacht wurde.

Ein Mann, “den sie als Tim K. kenne“, sei im Türrahmen gestanden.

Die Lehrerin habe noch gefragt: „Was wollen Sie?“

Der stand aber nur mit starrem Blick da.

Er schoss dann 5 mal auf die Tafel.

Gefragt nach der Kleidung sagte E., er sei schwarz gekleidet gewesen mit Schutzbrille und Ohrenschützern aus blauem Stoff, ein schwarzes Oberteil mit silbernem Reißverschluß.


Sie saß in der Mitte der 2. Reihe von hinten.

Es fielen dann mehrere Schüsse.

Zuerst dachte E., es sei ein Scherz.

Erst als sie selbst am Arm getroffen wurde, wußte sie, dass es echt war.

Auch die Lehrerin habe geschrien: „Oh, mein Gott, es ist echt!“


Er sei dann raus und habe die Türe offen gelassen.

Er sei dann den Gang entlang.

Gefragt, woher sie dies wisse, wo der Täter entlang sei, sagte E., das habe sie vermutet, weil er ja weg ging.

Die Lehrerin habe dann die Türe zu gemacht und E. habe sich hinter dem Pult verschanzt.

Es habe 3 Gruppen gegeben: eine hinter dem Pult, eine im Wandbereich und eine an der Tafel.

Die Schüler seien auf dem Boden entlang gerobbt.

Es wurden dann mit den Handys Notrufe gemacht.

Fr. Braun nahm das Handy von Jan Baumann.

1 Schüler sei durchs Fenster raus, E. glaube es war der Felix, den Nachnamen weiß sie nicht, da der erst seit Jahresbeginn neu in der Klasse wäre.

Nach ca. 3 Minuten habe die Lehrerin die Türe wieder aufgemacht und habe Tim gesehen.

Es sei dann oben rechts in der Türe ein Schuss eingeschlagen.

Man habe die Verletzten versorgt und es war Panik.

E. hat dann keine Schüsse mehr wahrgenommen.

Als die Retter herein wollten haben sie die Türe erst nicht aufgekriegt, weil das Schloss geklemmt hat.

E. vermutet, der Täter habe noch auf das Schloss geschossen.

Nachgefragt, sagt E., dass sie nicht genau wisse, wie oft auf die Türe geschossen wurde, sie könne nur einmal sicher sagen oben rechts.

Gefragt nach der Waffe, gab E. an: eine kleinere, schwarze Waffe.

Er habe kühl und starr, ruhig und schnell geschossen, aber nicht gezielt, sondern „der Reihe nach“.

Gefragt, woher sie Tim K. kenne, antwortete E., sie sei mit Jasmin K. in der Grundschule gewesen und habe ihn daher öfters gesehen und er hatte früher öfters Pausenaufsicht.

E. sagt noch, es habe sehr lange gedauert, bis die Sanitäter kamen.



Aus der Krankenakte wird verlesen:

Durchschuss Hals und rechter Oberarm (Einschuss rechts oberhalb Klavicula – Austritt rechte Schulter)
Streifschuss Unterarm rechts, Streifschuss Oberarm links.


Jan Marvin Baumann


Vernehmung des Jan Marvin Baumann (geb. 22.02.94, Wohnort Winnenden)
Vom 11.03.09 um 14:20 Uhr

Die 3. Stunde habe um 09:10 begonnen.

Irgendwann ging die Tür auf und ein Mann habe 10 mal geschossen.

Der habe Jeans und Lederjacke getragen und J. habe den Mann nicht gekannt.

Der Mann soll ca. 20 Jahre alt gewesen sein.


Gefragt, wieso er sich so sicher mit dem Alter sei, antwortete J., er habe selbst einen 17jährigen Bruder und der Mann hätte älter als 17 ausgesehen.

Der Mann soll schmal gewesen sein.

J. saß in der 3. Reihe von vorne.

Der Mann habe sehr oft auf Chantal und Kristina geschossen, dann sollen Jana, Janina, Elena und Nick getroffen worden sein.

Der Mann habe nichts gesagt, sei raus, habe die Türe zu gemacht, sei einfach gegangen.

Irgendjemand habe das Fenster aufgemacht, dann wurde von außen durch das Fenster geschossen.

Hier endet die recht kurze Vernehmung.



Krankenakte:

Jan M. Baumann wurde vom 11.-13.03.09 stationär behandelt.

Glatter Durchschuss rechte Flanke, wobei Ein-und Ausschuss nur 10 cm voneinander entfernt liegen.

Es wurde eine Psychotherapie durchgeführt wegen posttraumatischer Belastungsstörung.

Der Schüler musste wegen schlechter Leistungen die Klasse wiederholen.

Im Dez. 09 hatte der Patient ernstzunehmende suizidale Tendenzen.
Es liegen Anpassungstörungen und akute Dissoziationen vor .

Eine Vorstellung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde empfohlen.


Nick Paul Petermann


Bevor wieder ein Gerichtsmediziner spricht, nun noch die Vernehmung von Nick Paul Petermann
(geb. 15.02. 93, wohnhaft in Berglen).


Diese fand zunächst in Winnenden vor der ARS statt, und zwar am 11.03.09 um 10:30 Uhr.

(Einschub des Verfassers:
Hier können wir nun endlich mal eine zeitliche Einordnung vornehmen, danke dazu an Göran Schattauer, der genau DIESEN Schüler anführt, als jemanden, der der Polizei frühzeitig den Namen des Schützen verrät. Schattauer hatte keine Uhrzeit genannt. Der Vernehmungsbericht tut das jedoch.

Die Passage bei Schattauer auf S. 72 unten:

Zitat: Bevor ein am Fuß verletzter Junge in die Klinik gebracht wird, passen ihn zwei Beamte auf dem Schulhof ab. Von ihm erfahren sie den Namen des Schützen. Er habe ihn gleich erkannt, sagt der Schüler der 9c. Das sei der Tim gewesen. Mit dem habe er im vergangenen Jahr öfters Sport gehabt. Ein Kriminaloberkommissar geht zusammen mit der Rektorin ins Sekretariat und sucht die Schulakte heraus. Das aufgeklebte Foto zeigt Tim als Kind - und ist für Fahndungszwecke nicht geeignet. Wenig später befragen Polizisten den Neuntklässler erneut, jetzt im Krankenhaus Waiblingen.


Die Passage impliziert, dass die Polizisten den Namen zuvor nicht gewußt hatten.


10:30 wurde im Protokoll eindeutig gesagt, von mir eindeutig verstanden und auch eindeutig notiert.
Dennoch bleibt die theoretische Möglichkeit, dass der Vorleser bewußt oder unbewußt einen Fehler gemacht hat und 10:03 als 10:30 verlesen hat.)


Nun die Vernehmung, die ist erstmal kurz:

POM Engler trifft den Zeugen humpelnd im Beisein seiner Eltern vor der ARS an.

Der Z. könne ihm den Namen des Täters nennen.

Es sei Tim K. gewesen, er sei sich ganz sicher. Tim sei ein früherer Schüler, der letztes Jahr seinen Abschluss gemacht hat.

Hier wird die Vernehmung abgebrochen, weil der Schüler ärztlich behandelt werden müsse.

Am gleichen Tag um 12:30 wird Nick im KH Waiblingen nochmals vernommen:

Die Eltern waren hierbei anwesend.

Nick habe nach der Tat zunächst seinen Vater im Büro, danach seine Mutter angerufen.

N. saß in der vorletzten Reihe.

Es sei gegen 09:30 gewesen, als er reinkam und gleich auf die Mädchen hinter ihm geschossen habe.

N. habe sich dann auf den Boden geworfen und der Elena geholfen.

Frau Braun habe dann die Türe zu gemacht, als sie sie wieder aufmachen wolle, habe er sie angeschrien, sie solle die Türe doch zulassen.

Dann habe N. weitere Schüsse gehört.

Gefragt, ob er den Täter erkannt habe, sagte er:

Ja, sofort. Es sei Tim K. gewesen, mit dem habe er im letzten Jahr öfters Sportunterricht gehabt.

Er habe schwarze kurze Haare, eine Brille und keinen Bart gehabt.


An die Kleidung könne sich N. nicht mehr erinnern.

Tim habe wortlos, ruhig und nicht nervös geschossen.

N. habe dann draußen weitere Schüsse wahrgenommen.

Chantal und Krissy sollen vornüber auf ihren Pulten gelegen haben.

Jana lag auf dem Boden und zappelte.

Als er später aus dem Raum ging, sah er 2 abgedeckte Leichen. Es habe sich dabei um Mädchen gehandelt.

Mit Tim habe er nie viel zu tun gehabt, er kenne ihn nur vom Sportunterricht.

Auf Ns. Handy konnte rekonstruiert werden, dass N. um 09:43 seine Mutter anrief.


Krankenakte:

Schussverletzung mittlerer Zeh des rechten Fußes.


Jetzt folgt die Mittagspause im Saal, danach kommt ein weiterer Pathologe.


Beim Einmarsch des Angeklagten fällt auf, dass dieser sichtlich erheitert aus der Mittagspause zurückkehrt. Er lacht und scherzt mit seinen Verteidigern.
Ein krasser Gegensatz sowohl zum Tagesthema, als auch zu seinem vorherigen Auftreten.


Der Sachverständige Dr. Wehner zur Leichenschau der Opfer


Es erscheint als Sachverständiger der Privatdozent Dr. Wehner, 44 J., angeblich nicht verwandt mit dem 1. Pathologen.

Dieser hatte 5 weitere Opfer begutachtet, sei aber nicht vor Ort in der ARS gewesen.

Jana Schober


Im Bereich des rechten Ohres ein Einschuss, der Ausschuss im linken Stirnbereich.
Zentrale Anteile des Gehirns betroffen, d.h. Überlebenszeit geschätzte 15 Minuten.


Sabrina Schüle


1 Durchschuss: Eintrittswunde, Durchmesser 5 mm, hinterer Rumpf rechts
Austritt: Achselfalte links mit Beschädigung Leber , Herz, linke Lunge und hohem Blutverlust. Überlebenszeit wenige Minuten.

(Anm. d. Verfassers: Dieser Schuss gibt Rätsel auf; er müsste entweder von rechts unten nach links oben oder auf eine bereits liegende Person abgegeben worden sein - aus einem flachen Winkel heraus, zudem nicht mit einem 9mm-Geschoss, denkbar wäre noch, dass das Opfer den Oberkörper beim Treffer ca. 90 Grad geneigt hatte)


Jaqueline Hahn


Ein: linker Hinterkopf, Durchmesser 5 mm
Aus: rechter Stirnbereich, Durchmesser 3,5 cm
Ein: linke Schulter, Durchmesser 5 mm
Aus: rechte Schulter, Durchmesser 1,1 cm
Schwere Toraxverletzungen, Kollabieren der Lunge, hoher Blutverlust
Beide Verletzungen schon für sich selbst genommen tödlich.


Ibrahim Halilaj


6 Schussdefekte (ein/aus), Zuordnung schwierig.

Ein: rechter Hinterkopf, DM 5 mm
Aus: linke Schläfe
Ein: unterhalb des rechten Ohres, DM 2 cm
Aus: fehlt = Steckschuß Großhirn rechts
Schon hierbei sehr kurze Überlebenszeit.
Ein: rechtes Schulterblatt DM 5 mm
Ein: rechtes Schulterblatt, 1 cm über dem vorherigen
Aus: rechte Halsbasis DM 2 cm
Fremdkörper in linkem Unterkieferast:
Vermutung: Einschuss wurde abgelenkt, Projektil in linkem Unterkiefer


Franz Just


Bei Franz Just war die Zuordnung am schwierigsten.
Hier gab es 15 Schussdefekte.

Durchschuss Handgelenk rechts mit klaffender Austrittswunde

Streifschuss Schulter rechts Länge 12 cm, Breite 1,5 cm

Einschuss rechte Wange DM 8 mm, Projektil durch Großhirn, blieb im Bereich des rechten Kleinhirns stecken. Sofort tödlich.

Rumpfdurchschuss bei angelegtem Arm:
Ein Oberarm rechts »>aus»> ein Achselhöhle rechts Dm 5 mm »>aus linker Beckenkamm Dm 5 mm. Durchschuss von oben nach unten. (!!!)

18 cm unterhalb der Nackenfalte links am Rücken Einschuss Dm 5 mm,
Austritt am rechten Hals, klaffende Verletzung Dm 3 cm.

Einschuss Rücken 12cm rechts und 37 cm unterhalb Nackenfalte Dm 5 mm
Austritt: Gesäß (wie geht das???)

Einschuss Rücken links Dm 5 mm, Schusskanal Richtung Oberarm rechts, Steckschuss

(Einschub des Verfassers:

Dr. Wehner redet von 8 Einschüssen (davon 2 Steck-) und einem Streifschuss.
Mit seinen weiteren Angaben komme ich allerdings nur auf 6 Einschüsse (ohne Streifschuss) und nur auf 13 statt 15 Defekte.

Auch diese Schusskanäle geben Rätsel auf: Der Durchschuss von oben nach unten - kniete das Opfer vor dem Täter??? - der Einschuss in den Rücken mit Austritt am Gesäß muss ebenfalls als bizarr betrachtet werden, wieder von oben nach unten, diesmal müsste das Opfer vor dem Täter gesessen haben und dieser in flachem Winkel den Rücken hinunter geschossen haben…)

Trotz maximaler Versorgung trat der Tod vermutlich sofort ein.
Herz, Leber zerstört, Lungen kollabiert, Pneumotorax.
Schwerste Schädel-/Hirnverletzungen.


NK Just hat Fragen:

Laut Akten wurde die Situation am Ententeich in 2 Phasen eingeteilt:
In der ersten ging mein Bruder auf den Täter zu.
Seine Wunden sind alle rechts. Meinen Sie er hätte mit dem rechten Arm eine Schutzhaltung eingenommen?

S

Rechts richtig. Am Rücken links. Schutzhaltung ist möglich.


Just:

Da hat man ja 4 Hülsen gefunden. Mein Bruder soll sich dann weggedreht haben und geflüchtet sein, dann, so wurde mir berichtet, sei er gefallen.
Konnten Sie Gras in Gesicht, Händen oder auf der Kleidung finden?


S

Kann ich nicht sagen. Wir hatten unser Augenmerk auf den Schussverletzungen. Die Polizei hat ja die Kleidung sichergestellt und Herr Just wurde ja auch noch notärztlich versorgt. An den Händen hatte er Schwärzungen, das dürften aber polizeiliche Maßnahmen gewesen sein.


Just:

Er soll hingefallen sein. War er denn im Gesicht verletzt?


S

Nichts bekannt.


Just:

Als mein Bruder am Boden lag, soll der Täter an seinem Fußende gestanden sein und noch 5 Schüsse auf ihn abgegeben haben. Er wurde regelrecht hingerichtet und hat das ja noch bei Bewusstsein erlebt…


S

Davon kann man nicht ausgehen.


Verlesung Schüleraussagen II


Patrick Seifert


Weiter geht es mit der Verlesung der Aussage des Patrick Seifert (geb. 03.12.93, wohnhaft Leutenbach) vom 11.03.09 um 14:20 Uhr

Die Mutter war bei der Vernehmung anwesend.

P. sei Schüler der 9c.

Die erste Stunde habe um 07:30 begonnen.

In der 2. Stunde wurde eine Mathearbeit geschrieben und danach war Deutschunterricht bei Frau Braun.

P. saß in der 2. Reihe vorne links.

Um 09:38 (!!!) sei ein Typ hereingekommen und habe mit einer Pistole geschossen.
Es sei kein Gewehr gewesen. (Dies betont er ohne Nachfrage des Vernehmenden. Angeblich).

Der Typ habe 5 Sekunden lang geschossen. P. dachte zuerst an einen Scherz, dann sei er unter seinen Tisch und dann zum Pult gerobbt.

Mit Handys wurden Notrufe bei der Polizei gemacht.

Wie die Waffe ausgesehen hatte, weiß P. nicht mehr.

Um 09:55 soll das DRK gekommen sein und habe Probleme gehabt, die Tür aufzukriegen.

Es seien dann alle aus dem Zimmer gebracht worden und er habe auf dem Boden im Flur zugedeckte Personen gesehen.

Sie seien dann zum Wunnebad gebracht worden, wo er seine Oma angerufen habe.

Gefragt zum Täter, gab P. an, es sei der Bruder einer ehemaligen Klassenkameradin gewesen.

Er habe ihn erkannt, da er unmaskiert war. Er sei dunkel gekleidet gewesen und hatte kein Maschinengewehr (???!!! – ohne Nachfrage betont) .

Er habe ruhig und konzentriert geschossen.

Felix Mergenthaler sei aus dem Fenster gesprungen.

Im Klassenzimmer haben alle geschrien und Jana habe viel Blut verloren.

P. wurde verletzt an der linken Backe, am Unterarm und links am Rücken.

Bei Dr. Walz sei ihm ein Geschossteil aus einer Hemdfalte gefallen.(!)


Selina Dogan


Die Vernehmung der Selina Dogan (geb. 26.10.94, Wohnort Winnenden) vom 11.03.09 um 14:30 Uhr

ist äußerst kurz:

Die Tür ging auf und ein Junge habe geschossen.

S. habe sich auf den Boden geworfen.

Der Junge sei wieder gegangen.

Sie sei in die Ecke gerobbt.

Andere Schüler hätten noch Tische umgeworfen.

Sie hätte dann noch weitere Schüsse gehört.

Ihre Nase habe geblutet.

Es wurden Notrufe gemacht.

3 Personen seinen angeschossen gewesen.

Sie habe auf dem Flur 2 abgedeckte Personen gesehen.

Täterbeschreibung:

Dunkle Hose, dunkelblond, Rollkragenpulli.

Auf die Frage, ob sie den Täter erkannt hat, antwortet sie mit nein, aber er habe bis letztes Jahr die Schule besucht.

Gefragt, ob sie weitere Schützen gesehen hat, antwortete sie mit nein.

Aus der linken Nasenseite wird S. ein 3*2 mm großer Metallsplitter entfernt.

S. leidet unter Angst, Flashbacks, Schlafproblemen und Alpträumen.

Es wird eine Psychotherapie und eine Kur eingeleitet.


Sven Tiefenbacher


Sven Tiefenbacher (geb. 16.10.94, wohnhaft in Bietigheim-Bissingen) vom 25.03.09

Die Schüsse seien um 09:30 gefallen.

S. saß in der vorderen Reihe links neben Steffen Sailer mit dem Rücken zur Tür.

Es sei ein ehemaliger Schüler gewesen mit einer kleinen Handfeuerwaffe, es sei kein Gewehr gewesen. (Ohne Nachfrage betont. Angeblich).

Der Täter habe in Serie geschossen und dann 2 Einzelschüsse abgegeben.

Auf einmal hätte S. der Bauch gebrannt.

Er sei dann zur Tafel , Tische wurden umgeworfen und Frau Braun hat die Türe zugemacht.

Er habe draußen noch viele Schüsse gehört.

Es dauerte mehrere Minuten bis die Rettung kam, dann seien alle raus.

S. habe keine Einschüsse in der Türe gesehen.

S. habe 5-6 m diagonal vom Täter gesessen.

S. habe keinen persönlichen Kontakt zum Täter gehabt.

S. erlitt einen Streifschuss am Oberbauch.


Panagiotis Arampatzes


Panagiotis Arampatzes (geb. 10.03.92, wohnhaft in Berglen)

Vernehmung vom 15.03. in der LPD Stuttgart um 17.10 Uhr

Schüler der Klasse 10d (Raum 301)


P. habe von draußen ca. 5 Schüsse gehört („Hammerschläge“)

Jemand habe noch einen Spaß gemacht: „Da läuft jemand Amok.“

Dann stand ein Mann in der Türe.

P. saß in der 2. Reihe, vorne an der Wand mit dem Rücken zur Türe.

Der Mann habe zunächst auf drei Schülerinnen und dann auf ihn geschossen, dann noch 10 mal, dann sei er rausgegangen.

Tische wurden umgeworfen und man habe sich Richtung Fenster geflüchtet.

Nach 3-4 Minuten sei er wieder gekommen und habe noch 10 mal geschossen.

Dann sei P. zum Fenster raus.

Gefragt, in welche Richtung gezielt wurde, sagt P, nach vorne links Richtung Tafel.

Nachgefragt wohin genau, sagt P, auf Kopfhöhe, es sei in einem gleichmäßigen Rhythmus geschossen worden.

Bis zum 3. Schuss habe P. keine Verletzten gesehen.

P. hat dann ein Ziehen in der rechten Wange gespürt und sei zu Boden gegangen.

P. habe Hülsen auf dem Boden gesehen

Er ging dann hinter dem Pult in Deckung.

Ob der Täter die Türe zu gemacht hat, kann P. nicht 100% sagen.

Gefragt nach der Pause zwischen den beiden Auftritten korrigiert sich P., 3 Minuten seien zuviel gewesen, eher 1,5 bis 2 Minuten.

Gefragt nach der ersten Wahrnehmung, als der Täter draußen war, sagte P., er habe Steffi Kleisch auf dem Boden liegen sehen.

Nachgefragt sagt P, der Täter sei kein 3. mal gekommen und habe nichts gesagt.

Täterbeschreibung:

1,75 m, rundliches Gesicht, Koteletten, Brille, graues Oberteil

„Keinesfalls (betont, ohne Nachfrage) habe er eine Flinte oder so gehabt“, sondern eine schwarze Pistole..

Er habe den Täter früher öfters auf dem Schulhof gesehen.


Lisa Gerstenberger


Lisa Gerstenberger (geb. 10.06.1994, wohnhaft Berglen) vom 14.03.09 um 14:50 Uhr

Mutter anwesend.

Schülerin im Chemie/Biologiesaal R. 317

L. habe „Hammerschläge“ gehört.

Lehrer Schober sei rausgegangen zum Nachsehen, kam zurück und hat alle in den Vorraum geschickt.

L. sah, wie die Schüler der 10d über die Feuertreppe geflüchtet sind.

L. hat sich gewundert, weil es gar keinen Feueralarm gab.

Frau Schüle hatte die Türe abgeschlossen und war nun hinter L. an der Türe zum Vorbereitungsraum.

Frau Schüle lag am Boden mit den Füßen Richtung Türe Chemieraum.


L. hat dann keine Schüsse mehr gehört.

Wo Lehrer Schober da war, wisse sie nicht, sie denkt vielleicht im Vorbereitungsraum.

Fr. Schüle hatte die Augen geschlossen.

Es habe sehr lange gedauert, bis der Notarzt kam, L. kam es vor wie 1 Stunde.

Herr Schober habe dann die Erstversorgung gemacht.

L. habe ein „Tretgeräusch“ wahrgenommen, mehr als 5mal in 1/8 Takt, dann Pause, dann weiter.

Zusammen mit der Klasse von Fr. Mahler sei man dann rausgeführt worden zum Wunnebad.

Um 11:30 sei dann Lisas Mutter gekommen.

L. sei mit Jasmin K. befreundet gewesen und war in der 6. Klasse mal in deren Haus.

Nun gibt L. ein hoch interessantes Gerücht wieder, dass sie von einer anderen Schülerin gehört hatte:

xxx, der beste Freund von Tim, habe sich extra wegen Tim frei genommen.
Er wurde von der Lena Kegel gesehen.


Diagnose Lisa: Schussverletzung linke Flanke, Hyperventilation.


Verlesung der Vernehmung der Lehrerin Fr. Braun


Nun wurde auch noch die Klassenlehrerin vernommen.

Fr. Braun, geborene Haag (geb. 04.11.1951, wohnhaft in 71576 Burgstetten) vom 12.03.09 um 12:20 auf der PD Waiblingen

Es sei die 3. Stunde gewesen seit 09:10, in der Stunde zuvor sei eine Mathearbeit geschrieben worden.

2 Schülerinnen haben gefehlt, die Lena Ritetz und die Stefanie Dittrich ( bei den Namen ist Frau B. nicht sicher)

Der Täter sei zwischen Tür und letzter Bankreihe gestanden.

Er habe einmal nach vorne geschossen, Frau B. dachte zuerst an einen Schreckschuss. Es sei furchtbar laut gewesen.

Dann folgten mehrere Schüsse direkt hintereinander. Wo diese eingeschlagen sind, weiß Frau B. nicht mehr.

Es seien Metallteile auf den Boden gefallen, sie wusste dann, es sind keine Platzpatronen.

Es entstand viel Radau und Schüler seien umgefallen.

Der Täter hatte einen starren Gesichtsausdruck gehabt.

Er ist dann weg und es wurden Tische umgekippt, man hat dann Notrufe gemacht.

Sie habe dann die Türe abgeschlossen.

Gefragt, wie lange er im Zimmer war, sagte Frau B., es sei eine „flüssige Bewegung“ gewesen. Rein – Schießen - Raus.

Zuvor habe sie keine Schüsse gehört, es sei relativ ruhig gewesen im Klassenzimmer.

Man habe bei der Tafel, dem Pult und in der Ecke am Fenster Deckung gesucht.

Frau B. habe es zu lange gedauert mit der Rettung, daher habe sie zur Türe raus Richtung Treppe geschaut. Sie sah den Täter, der sofort wieder geschossen hat. Sie habe die Türe dann wieder zu gemacht.

Sie habe dann nochmals angerufen, weil die Hilfe zu lange gedauert habe.
Ein Herr Bauer sagte, Hilfe sei unterwegs.

Schüsse habe sie keine mehr wahrgenommen, weil ihre Ohren taub gewesen sein.

Täterbeschreibung:

Grauer Pullover aus Wolle, dunkelblond, 1,75 – 1,80 m, randlose Brille, blaue Jeans, der Pullover soll lang gewesen sein, bis über die Hüfte, 17-18 Jahre alt.

Die Waffe soll klein gewesen sein.

1 Schüler soll über das Fenster geflohen sein.

Nachgefragt, ob das Felix Mergenthaler war, bejaht Fr. Braun.

Gefragt, ob von außen durchs Fenster geschossen wurde, verneint Fr. Braun.

Sie sagt noch, dass der Täter gut schießen konnte und dass er wortlos vorgegangen sei.

Der Täter sei ihr nicht bekannt gewesen, sie habe ihn nie unterrichtet.

Schüler sagten ihr aber, dass er aus Weiler zum Stein komme und sie ihn kennen, es sei Tim K.

Nadine Lohr aus der 6a kennt Tim vom letzten Schuljahr näher, Fr. B. fand das wegen des Altersunterschiedes nicht normal. Nadine sei am 11.03. krank gewesen.

Als sie zum Wunnebad geführt wurden, sah Frau B. 3(!!!) Personen abgedeckt auf dem Boden liegen.


Am Ende des Prozesstages fragt Günther Just nach, ob er die CT-Aufnahmen seinen Bruders haben könne. Er wolle das mit einem Spezialisten besprechen, da ihm Einiges nicht klar sei.

Der R. verweist ihn auf seinen Rechtsbeistand, der könne Akteneinsicht beantragen, er glaube aber, dass es schwierig sei, während des laufenden Verfahrens.


Damit schließe ich den 6. Prozesstag ab.



Rechtlicher Hinweis:

Anonymisierungsangebot


Jede der in diesem Artikel mit vollem Namen genannte Person, die eine Anonymisierung wünscht, möge sich bitte auf dem kurzen Dienstweg mit den Seitenbetreibern in Verbindung setzen.

Es handelt sich hierbei um Mitschriften eines öffentlichen Prozesses und einem entsprechenden öffentlichen Interesse an der Sache an sich.
Mit dem Anonymisierungsangebot erkennen wir jedoch an, dass wir evtl. Persönlichkeitsrechte als vorrangig behandeln und uns auch keinesfalls die im Prozess benannten Abläufe und Zitate zu eigen machen, sondern gerade eben die mögliche Unzulänglichkeit der dort getroffenen Aussagen ausstellen wollen.

Zuletzt geändert: 14/03/2017 23:27