Teil 2.1 - Wendlingen

(Autor: Rüdiger Rohde)

„Nach diesen Treffern sank der Täter zusammen und setzte sich auf den Boden. Er kam zunächst der Aufforderung der Polizei nach, die Waffe wegzulegen und die Hände zu erheben“ , so der Pressetext weiter.

Ja, es muss weh getan haben, dazu der Schock. Der angebliche Täter soll daraufhin die Anweisungen der Polizei über die 65 Meter gehört, verstanden und dem auch Folge geleistet haben.

Die polizeilichen Mitteilungen unterschlagen bei dieser Gelegenheit noch einen bei Regio-TV vorgestellten Arbeiter mit Migrantenhintergrund, der Zeuge dieser Situation gewesen sein soll. Dieser Zeuge erzählte Regio-TV, dass der vermeintliche Täter, den er als „der Junge“ bezeichnete, sich die Waffe gegen seinen eigenen Mund, aber auch gegen seine Stirn gehalten haben soll. Er soll also einen Selbstmord angedroht haben. Aber nur, um anschließend in das Autohaus zu gehen.

Gehen.

Laufen war ja auch kaum möglich gewesen. Und zum Glück wurde er offensichtlich von der Polizei auch nicht mehr behelligt.

Und noch etwas: bemerkenswert ist an dieser Szene, dass laut dieser Zeugenaussage hier ein Mensch einen Selbstmord androhte, der zuvor angeblich 13 Menschen ermordet hatte. Das macht auf den ersten Blick wenig Sinn, weil es auf der anderen Seite, bei den Polizisten, kaum für Beeindruckung gesorgt haben würde. Das wäre sogar etwas gewesen, was man von einem Amokläufer sogar erwartete. Welche Motivation steckte also hinter diesem Tun?

War der „Junge“ einfach nur durchgeknallt und in geistiger Umnachtung befindlich oder hatte er schlichtweg keinen Schimmer gehabt, was ihm da angelastet wurde?

(Anmerkung: die TV-Sequenz ist leider nur sehr kurz und geschnitten, die Erzählung dieses Zeugen unvollständig).

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Bei der Suizidandrohung zuerst die Pistole an den Mund.

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Und dann an die Stirn.

„Als ein Beamter sich ihm nähern wollte, nahm Tim K. seine neben ihm liegende Waffe wieder auf und schoss erneut auf diesen.“

Dumm gelaufen. Wer hätte das gedacht?

Einer der beiden Polizisten soll sich dem angeblichen Täter zumindest angenähert haben. Natürlich vorsichtig, mit der Pistole im Anschlag. Sicherlich wird er angespannt gewesen sein, aber auch hellwach. Und sein Kollege? Der wird bestimmt mit seiner Waffe Deckung gegeben haben, wahrscheinlich noch beim Wagen hockend bzw. liegend.

Und dennoch scheinen beide Polizisten von der neuen Situation, mit der sie durchaus hatten rechnen müssen, völlig überrascht gewesen zu sein. Sie müssen sogar geradezu wie gelähmt gewesen sein. Denn ganz offensichtlich hatten sie nicht sofort reagiert, beide Polizisten nicht.

Dies hatte auch der FOCUS-Redakteur nicht begreifen können, als er zu dieser Situation seinen Artikel für den 6. April 2009 verfasst hatte.

Denn man muss es sich einmal bildlich vorstellen. Ein Polizist zielt auf den verletzten und sitzenden angeblichen Täter und gibt Deckung. Der andere nähert sich dem Ziel vorsichtig und mit der Waffe im Anschlag.

Und der Täter? Der muss erst einmal seine Arme heruntergenommen haben. Dann muss er zu seiner Waffe gegriffen haben. Und er muss sich ja auch noch mit seinem verletzten Bein hoch gequält haben.

Und die beiden Polizisten müssen ihm dabei fassungslos zugesehen haben.

Die Spurensicherung hat auf der anderen Seite der Blutlache, der Spur 18, auf dem Gehweg drei weitere Hülsen markiert, die Spuren 19, 20, 21. Dies bedeutet nichts anderes, als dass der Täter erst aufgestanden sein, sich zwei Schritte rückwärts bewegt und (erst) dann dreimal geschossen haben muss!

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Wir können somit nachweisen, dass die beiden Polizisten auf diese Situation nicht reagiert hatten.

Und doch gibt es auch an dieser Stelle ein weiteres Rätsel. Die Markierungen der Hülsenspuren 19, 20, 21 befinden sich nicht dort, wo sie liegen sollten. Denn sie müssten sich auf der Mitte des Gehsteiges befinden oder nahe dem Kantstein zur Straße. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass der angebliche Täter wieder auf die Polizisten geschossen haben soll und der Hülsenauswurf zur rechten Seite erfolgt. Die Hülsenmarkierungen befinden sich aber stattdessen auf der linken Seite nahe dem Zaun.

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Es gibt folgende Möglichkeiten, wie es dazu kommen konnte.

1. Der Schütze befand sich auf der anderen Seite des Zaunes.

2. Der Schütze hat von der Blutfleckposition aus, ob nun sitzend oder stehend, aus irgendeinen Grund ins Autohaus geschossen oder auf mögliche, aber nirgends dokumentierte Polizisten in Richtung Festtool und somit nicht auf die unmittelbare Bedrohung in Gestalt des sich ihm nähernden Polizisten.

3. Die Hülsenlage wurde – mehr oder weniger aus Versehen – vor der Spurensicherung von jemanden verändert.

4. Die Hülsen rollten trotz der Absenkung des Gehweges zur Fahrbahn hin kurioserweise bergauf.

5. Diese Hülsen gab es nicht und wurden vor dem Eintreffen der Spurensicherung dort ausgestreut, doch ohne – vielleicht aus Eile – dabei zu bedenken, dass es hätte die andere Seite dieses Gehsteiges sein müssen.

So viel zur dort dokumentierten Spurenlage, die man in Erinnerung behalten sollte.

Und nun zurück zu der bei Regio TV ausgestrahlten Zeugenaussage, dass der vermeintliche Täter auf dem Gehweg seinen Suizid angedroht haben soll. Diese von der Polizei unterschlagene Aussage steht nämlich in einem glatten Widerspruch zu den behördlichen Angaben. Wenn der vermeintliche Täter sich die Pistole an den eigenen Kopf gehalten hat, kann er nicht gleichzeitig den Polizisten, PHK Rehm, bedroht haben.

Wann soll der vermeintliche Täter wieder geschossen haben? Vor seiner Suizidandrohung? Danach?

Wer behauptet dies? PHK Rehm?

Es gibt somit einen Zeugen, der anderes berichtet. Gleichzeitig hat die Spurensicherung der Polizei die drei weiteren Patronenhülsen an einer Stelle markiert, wo sie nicht liegen dürften - wenn der vermeintliche Täter wieder geschossen haben soll.

In Zusammenhang mit der fehlenden Schusswirkung ist dies aber sehr stark anzuzweifeln!

Nach einer Erklärung der Staatsanwaltschaft vom 19. April soll sich die Annäherung des einen Polizisten zum angeblichen Täter hin laut einem Überwachungsband (DPD) um genau 12.13 Uhr ereignet haben. Ein DPD-Mitarbeiter konnte diese Zeitangabe insofern bestätigen, da seiner Angabe zufolge die Schüsse zwischen 12.10 und 12.15 gefallen wären. Leider ohne die Anzahl dieser Schüsse und auch die genaue Örtlichkeit benennen zu können.

In dieser Erklärung der Staatsanwaltschaft wurde mit Hinweis auf das Überwachungsband angegeben, dass der erste Schusswechsel 39 Sekunden gedauert haben soll.

Zur Überwachungskamera: siehe weiter unten in diesem Kapitel.

Wir folgen weiter dem Pressetext.

„Der Beamte ging wieder in Deckung hinter dem Streifenwagen und versuchte durch weitere Schussabgaben die Flucht des Täters zu verhindern.“

Das klingt logisch, ist es aber nicht. Der Kollege, PHK Schäfer, der ja, verschanzt hinter dem Wagen, dem ersten Schützen hätte Deckung geben müssen, reagierte offenbar nicht nur gar nicht, er existiert auch in dieser Erklärung gar nicht. Während PHK Rehm, der angebliche Schütze von vorher, wieder Deckung hinter dem Polizeiwagen gesucht haben soll.

Davon einmal abgesehen, dass sich der Polizist gar nicht „wieder“ in die Deckung seines Wagens begeben konnte, weil er dort zuvor gar nicht gewesen war, sondern deckungslos mitten auf der Straße, kann er sich ja nicht weit vom Fahrzeug entfernt haben. Sonst hätte er ja nicht so schnell dorthin zurückkehren können.

Es gibt unterschiedliche Angaben darüber, wie viele Meter sich dieser Polizist von dem Streifenwagen entfernt haben soll. Sie schwanken zwischen 10 und 30 Metern.

Allerdings spielt dies keine wirkliche Rolle, weil diese Reaktion ohnehin unlogisch oder wenigstens unvernünftig erscheint.

Wenn es sich um einen vernünftigen Polizisten gehandelt hätte, hätte er nur eine ganz bestimmte Annäherungsroute zum angeblichen Täter wählen können: zum einen außerhalb der Schussbahn seines – normalerweise – Deckung gebenden Kollegen, andererseits den angeblichen Täter selber im Auge behaltend und gleichzeitig nahe dem rechts abgestellten Hänger gehend, um diesen bei Gefahr sofort als Deckung nutzen zu können. Und dies sogar bei einem besseren Schussfeld auf das gänzlich ungedeckte und bereits angeschossene Ziel.

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Hier der Hänger am Strassenrand. Allerdings täuscht die Perspektive aufgrund des starken Teleobjektivs gewaltig.

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Hier der Hänger von der Rückseite. Die Perspektive ist abermals stark verzerrt - dieses Mal durch ein Weitwinkelobjektiv.

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Der Hänger stand mit seinem Heck auf Höhe des Parkverbot-Schildes.

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Auf diesem Foto sieht man rechts die Stange des Verkehrzeichens.


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Auf diesem Foto, aufgenommen mit einem Normalobjektiv, wird die Räumlichkeit nun klarer. Im Hintergrund, mittig, das Parkverbots-Schild, wo sich am 11. März 2009 der Hänger befunden hatte.

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Aus einer anderen Perspektive.

Der Polizist, PHK Rehm, hätte sich in die Deckung des Hängers begeben oder sich auf den Boden werfen können. Soll er aber nicht gemacht haben. Stattdessen soll der Mann zu seinem Wagen zurückgekehrt sein.

Rückwärts gehend unter Beschuss? Oder gar laufend mit dem Rücken zur Beschussrichtung?

Auch hier wird der Bevölkerung ein Märchen aufgetischt. Denn ganz so dumm war der Polizist dann aber doch nicht gewesen. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass die Spurensicherung drei Hülsen beim Hänger markieren konnte, die Spuren 11, 12 und 13, was von einem Amateurvideofilmer dokumentiert werden konnte.

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Die Spurenmarkierungen Nr. 11, 12 und 13 bei dem Hänger.

(Aus: Triple-X-Video).

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Rest der Spurenmarkierung 13 zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Hülsenlage nach zu urteilen, muss der Polizist unter dem Hänger gelegen sein. Die Hülsen 11 und 12 wurden bei der Schussabgabe auf den Gehweg ausgeworfen und mögen noch ein wenig zum Kantstein hin gerollt sein. Die Hülse Nr.13 allerdings ist zu weit vorne. Im Gegensatz zu den beiden ersten, eher gerade ausgerichteten Schussabgaben, hatte der Schütze offenbar diagonal anvisiert und seine Arme mit Waffe in die entsprechende Richtung, nach links, verschoben.

Örtlichkeit der Spurenmarkierung 13.

Nebenbei wird deutlich, dass die Spur 10 fehlt. Bei dieser könnte es sich möglicherweise um eine Hülse der Polizeimunition handeln. (Nr.9 unter dem Streifenwagen, Nr. 11 beim Hänger). Wir wissen es aber nicht.

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Beamte der Spurensicherung beim Hänger.

Und was hat der angebliche Täter gemacht? Er soll laut Polizeiangaben nun ins Autohaus geflohen sein. Die Behörden beschreiben die Situation aber in Wirklichkeit nicht. Warum sie es nicht machen, wird allerdings schnell deutlich.

Der Spurenlage nach muss der angebliche Täter, nachdem er unbehelligt zu seiner Waffe gegriffen hatte, aufgestanden war und – angeblich – noch dreimal geschossen hatte, sich weiter rückwärts auf dem Gehweg bewegt haben.

Denn ganze 8 Meter weiter zurück hatte die Spurensicherung der Polizei ein weiteres Spurenfeld markiert, was die Behörden ebenfalls bislang verschwiegen haben.

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Das weitere Spurenfeld befindet sich bei der im Bild stehenden Person.

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Vorne befindet sich ein nummerierter Messpunkt. Beim Verkehrszeichen, dicht an der Kreuzung, sind wenigstens drei weitere Markierungen zu erkennen.

Dieses Spurenfeld ist in der Sendung von Regio-TV vom 12. März ganz deutlich zu erkennen. Doch nicht alle Einzelheiten und auch die Spurennummerierung nicht, weil ein Gebüsch die Sicht etwas eingeschränkt und ein Teleobjektiv die Räumlichkeit verzerrt hatte. Leider existiert nirgends ein Bericht von einem zweiten Spurenfeld auf dem Gehweg und kein veröffentlichtes Foto.

Erkennbar ist lediglich, dass zwei von diesen Markierungen recht groß erscheinen, möglicherweise für Blut.

Der Messpunkt befand sich wenigstens 2 Meter vor diesen Spuren.

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Das Schild ist gegen das Verkehrszeichen gelehnt. Davor befinden sich die weiteren markierten Spuren. 8 Meter rechts davon befindet sich der Blutfleck, Spur 18. (Screenshot aus Regio-TV).

Hier haben wir Spuren vor uns, welche die Nummern 22 und 23 erhalten haben. Letztere war zwar später nicht mehr kenntlich, ergibt sich aber aus der Reihenfolge. Die nicht mehr sichtbare Ziffer 23 hatte offenbar die Blutspuren markiert. Es war später allerdings nur noch der Rest eines Viertelkreises schwach sichtbar, doch scheint es sich um zwei Kreise gehandelt zu haben.

Spur 22, ein kleiner Kringel, war dagegen noch gut sichtbar gewesen. Allerdings irritiert dessen Lage dicht am Zaun. Handelte es sich um einen kleinen Blutfleck oder um die Markierung für eine Hülse?

Spur 22 nahe der Kreuzung und dicht am Zaun.

Wir denken, dass es sich nicht um eine eigene Markierung von Blut handelt, weil diese auch an anderer Stelle bei dichter Lage gemeinschaftlich gekennzeichnet worden sind, wenn überhaupt. Eine Hülse an dieser Stelle wiederum lässt eher einen Schuss in Richtung der Firma „Langer Transport Service“ erahnen.

Der Sinn dieser Hülsenlage erschloss sich uns nicht.
(Diese Hülse mit dem gegenüber befindlichen Loch in der Fassade in Verbindung zu bringen, ist wiederum rein spekulativ).

Aber auch für diese Hülse gilt: wo blieb die Schusswirkung?

Von Spur 22 zu Spur 24.

Pressetext:

„Der Täter flüchtete in den für den Beamten nicht einsehbaren Eingangsbereich des Autohauses…“

Dieser abschließende Satz zur Situation auf der Straße vor dem Autohaus zeigt noch einmal auf, dass hier einige Details einfach nicht erwähnt werden. Und er suggeriert, dass der angebliche Täter schnell in einen Bereich gekommen sei, wo die Polizeibeamten einfach nichts mehr hatten machen können.

Es wird schlichtweg unterschlagen, dass sich der vermeintliche Täter viel länger auf dem Gehweg aufgehalten hatte, als die Polizei dies schildern möchte. Demnach muss er nicht nur ganze 8 Meter (!) auf dem Gehweg zurückgegangen, er muss auch noch beim Verkehrsschild herumgestanden sein, denn anders sind die beiden großen Markierungen nicht zu deuten.

Das heißt: der vermeintliche Täter hatte hier immer noch keine Ambitionen gezeigt, in das Autohaus zu gelangen. Und die Polizisten hätten sogar viel mehr Zeit gehabt, diesen zu stoppen.

Dieses Spurenfeld ist geradezu eine Offenbarung für die falschen polizeilichen Angaben.

(Spekulativ ist die Annahme, dass erst ein in seine Richtung abgegebener Schuss ihn von der Kreuzung vertrieb. Und zwar jener, welcher das Loch in der Fassade, Spur 24, verursachte. Denn dieser höher abgegebene Schuss passt gar nicht in das Bild der beiden präzisen und flachen Löcher im schwarzen Van, den Spuren 25 und 26).

Dann erst, also weitaus später, könnte sich der vermeintliche Täter zum Autohaus bewegt und die ungedeckten rund 25 Meter quer über die Straße zurückgelegt haben. Mit einer doch stark blutenden Beinwunde.

Aber auch dieser Fluchtweg über die Straße hinweg Richtung Autohaus ist merkwürdigerweise von der polizeilichen Spurensicherung nicht erfasst worden. Es wurden keine Blutspuren mit Nummern dokumentiert, es wurden später auch keine unnummerierten Spuren vorgefunden.

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Die Polizei erwähnt nicht den Standort des einen Polizisten und suggeriert gleichzeitig, dass der „Verdächtige“ von seiner Blutfleckstelle aus ins Autohaus geflüchtet sei.

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Der vermeintliche Täter muss sich aber - möglicherweise rückwärts stolpernd - noch ganze 8 Meter über den Gehweg nach hinten bewegt haben, ohne von den Polizisten aufgehalten zu werden. Auch hat man ihm Zeit gelassen, an der Kreuzung beim Verkehrsschild zu verweilen.

In diesem Satz der Presseerklärung ist auch wieder nur die Rede von dem Beamten, nicht etwa die Beamten.

Der Polizist, von dem demnach ausschließlich die Rede ist, PHK Rehm, soll ja versucht haben, die weitere Flucht des vermeintlichen Täters mit weiteren Schussabgaben zu verhindern.

Der Kontrast zur angeblichen Meisterleistung zu Beginn der Situation ist offensichtlich. Beide Polizisten müssen anschließend trotz erheblich besserer Umstände grandios versagt haben. Ein Versagen, welches sich somit auch noch fortgesetzt hat. Zuerst müssen sie nur zugesehen, dann muss nur einer der beiden (PHK Rehm) halbwegs reagiert und dieser plötzlich nur noch hundsmiserabel geschossen haben. (Siehe Hülsenspuren 11, 12, 13 beim Hänger am Straßenrand. Es ist nicht auszuschließen, dass auch die verschwundene Spur 10 als Hülsenspur hinzuzuzählen ist).

Sogar das Angebot des vermeintlichen Täters, ihn doch bitte festzunehmen, als er an der Kreuzung herumgestanden ist, hatten unsere ehemaligen Super-Polizisten nicht angenommen.

Die Spurensicherung hatte, von den beiden Polizisten aus gesehen, auf der linken Straßenseite, jener vom Autohaus, zwei PKWs markiert, die dort geparkt hatten. Von diesen beiden Fahrzeugen existieren in der Öffentlichkeit keine Fotos, so dass wir keine Kenntnis darüber haben, wo sich an diesen die Beschädigungen befunden haben, wie viele und in welcher Weise. Womit unklar ist, wer diese Beschädigungen verursacht hat: der angebliche Täter, der angebliche Täter und die Polizisten oder ausschließlich die Polizisten. Letzteres erscheint naheliegender und könnte durch die drei Polizei-Geschosse verursacht worden sein, deren Hülsen beim Hänger lokalisiert wurden.

Diese beiden Fahrzeuge wurde von der Polizei noch am 11. März 2009 abgeschleppt. Übrig blieb jeweils eine halbe Kennzeichen-Markierung auf dem Boden und die Begrenzungsstriche.

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Nummerierung der Spuren.

Da die Spurensicherung ihre Spuren vom Polizeiwagen weg durchnummeriert hatte, sind die fehlenden Markierungen 1, 2 und 8 dort zu suchen. Eine von ihnen sollte das Loch im Kennzeichen des Streifenwagens markiert haben. Die nicht mehr auffindbare Spur 10 kann sich beim Polizeiwagen wie auch beim Hänger befunden haben.

Damit ergibt sich allerdings der merkwürdige Umstand, dass für die zwei markierten PKWs nur noch eine Spurenkennung übrig ist: die bislang ebenfalls nicht auffindbare Spur 14. Das ist definitiv zu wenig für zwei am Boden markierte Fahrzeuge und zu wenig für die Schusswirkung von wenigstens drei Polizeigeschossen.

Die Ursache für diesen Umstand konnte nicht ermittelt werden.

Es ist aber nicht auszuschließen, dass die Fahrzeuge aus irgendeinem Grund keine Nummer erhielten und die Spurensicherung eine Hülse auf der Straße gefunden hat – der angeblich erste Schuss des vermeintlichen Täters auf den Polizeiwagen. Wir wissen es aber nicht, weil etwas später die Spur 14 nicht mehr ersichtlich gewesen ist.

Es gibt aber noch andere Fragen.

Die Spuren 1 bis 13 befanden sich bei dem abgestellten Polizeiwagen sowie bei dem Hänger am Straßenrand. Hiervon können die Spuren 3, 4, 5, 6, 7 sowie 9, 11, 12 und 13 eindeutig der Polizeimunition zugeordnet werden. Hinzuzurechnen ist auch die nicht auffindbare Spur 10, was sich aus der Abfolge ergibt. Vielleicht auch die Spur 8.

In der ersten Version der Ereignisse hatte es bei der Polizei noch ganz konkret geheißen, dass der bewusste Polizist acht Schüsse auf den Täter abgegeben habe.

Dieses veröffentlichte Detail ist in sofern interessant, weil sein Kollege nicht erwähnt wird, der mindestens drei Schüsse abgegeben haben muss. Die angegebene Zahl stimmt so oder so nicht, und uns fällt es schwer, der Spurensicherung eine mathematische Schwäche zu unterstellen.

Warum ist dem so?

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Übersichtsskizze der Spuren in der Wertstrasse.

Auch in anderer Hinsicht wird hier ganz deutlich, wie die Öffentlichkeit belogen wird.

In der ganzen Zeit, in welcher der angebliche Täter seine Hände heruntergenommen und zur Waffe gegriffen hatte, aufgestanden war, geschossen hatte, dann 8 Meter rückwärts gegangen und wieder gestanden war, um – vielleicht, dann aber in die andere Richtung – erneut zu schießen oder ein Schüßchen abzugeben und um dann erst die Straße zu überqueren und auch noch den Vorhof des Autohauses, und das alles auch noch am Bein verletzt, in dieser ganzen Zeit haben demnach von zwei Polizisten nur einer ganze drei (oder vier, aber derzeit nicht nachweisbar) Schuss auf den angeblichen Täter abgegeben, der doch ein Massenmörder sein sollte und somit eine akute Bedrohung für alle Passanten.

Wie bereits erwähnt, steht dies in einem enorm krassen Widerspruch zu der anfänglichen Situation mit der Meisterleistung an Reaktionsschnelligkeit, Abgebrühtheit und Schiesskunst.

In diesem Zusammenhang ist auch die folgende Reaktion bzw. Nichtreaktion dieser beiden Polizisten ebenfalls sehr aufschlussreich.

Verfolgten die Polizisten den angeblichen Täter ins Autohaus, blieben sie ihm hart auf den Fersen, um die im Autohaus befindlichen Personen zu schützen?

Nachweislich war dies nicht der Fall.

Es stellt sich auch hier die Frage nach dem Grund.

Die bisherigen Erkenntnisse lassen nur einen Schluss zu: man hat den vermeintlichen Täter vorsätzlich entkommen lassen – ins Autohaus.

Nebenbei wird anhand der behördlichen Mitteilungen deutlich, dass der angebliche Täter keinesfalls gezielt das Autohaus aufgesucht haben kann, wie die gleichen Behörden gegenüber den Medienvertretern behauptet haben.

Der Täter soll in das Autohaus geflüchtet sein, so beschreibt es die Polizei selbst.

Und noch ein weiterer Umstand widerlegt diese Behauptung, die auch der FOCUS noch am 6. April für bare Münze genommen hatte. Da Tim Kretschmer ja nach Polizeiangabe angeblich vom Autobahnkreuz her in das Gewerbegebiet gekommen sein soll, muss er zum Zeitpunkt der angeblich mehr oder minder zufälligen Entdeckung bereits am Autohaus vorbeigekommen sein. Er soll sich ja auf der anderen Seite des Autohauses, der von der Autobahn abgewandten Seite, befunden haben.

Eine Kleinigkeit nur, die ebenfalls keinem Medienvertreter aufgefallen war.

Die DPD-Überwachungskamera.

Im Gewerbegebiet Wendlingen besitzen die zahlreichen Logistikfirmen jeweils eine Reihe von Überwachungskameras, die natürlich in erster Linie ihren eigenen Firmenbereich abdecken bzw. überwachen und dementsprechend ausgerichtet sind.

Am 19. April 2009 berichtete der FOCUS, aber auch andere Magazine und Zeitungen, dass ein Teil des angeblichen Amoklaufes in Wendlingen von einer Überwachungskamera eines Paketdienstes zufällig gefilmt worden sei. Es wurden mal wieder die „Ermittlungsakten“ bemüht, doch hatte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, die Staatsanwältin Claudia Krauth, diese Information gegenüber „dpa“ selbst ausgegeben.

Der FOCUS:

„Die Überwachungskamera eines Paketdienstes in Wendlingen nahm die Konfrontation zwischen der Polizei und dem Täter auf. Die Auswertung des Bandes ergab, dass der erste Schusswechsel, bei dem der Amokläufer an den Beinen verletzt worden war, 39 Sekunden dauerte. Anschließend verließ ein Beamter die Deckung und brachte den Täter dazu, seine Waffe abzulegen. Der Polizist lief um 12.13 Uhr und 31 Sekunden in Richtung des Täters los, um ihn zu überwältigen. Drei Sekunden später schoss dieser erneut, rannte in ein Autohaus und tötete dort zwei Männer.“

Soweit der FOCUS als einer der Überbringer der Behördennachrichten.

Das klingt erst einmal ganz gut, was da bekannt gemacht wurde, und bestätigt die Polizeiangaben, d.h. jene der zweiten Version.

Da dieses Band durch die Polizei bereits frühzeitig einkassiert worden sein muss, haben wir es hier aber mit einer nachgereichten Meldung zu tun. Dieser Umstand ist nicht außer Acht zu lassen, denn letztlich bestätigt die Polizei über den FOCUS nur die eigenen Angaben. Dies soll hier klar gestellt werden.

Die präzise Angabe der Uhrzeit erzeugt erst einmal einen glaubwürdigen Eindruck. 39 Sekunden, in denen der Täter angeblich geschossen, die Straße überquert (, dort nun ungedeckt vor dem Zaun gestanden sein) und abermals geschossen haben soll. Woraufhin der eine Polizist zurückgeschossen und diesen Täter an den Beinen verletzt haben soll.

Wenn man auf die Uhr schaut, scheinen 39 Sekunden für einen derartigen und sicherlich hektischen Moment etwas lang. In diesen 39 Sekunden hat der vermeintliche Täter ja nur 3 bzw. 4 Schüsse abgeben können. Ist dies nicht eigenartig? Er soll ja angeblich sofort geschossen haben. Nach diesen 39 Sekunden soll der Täter auf dem Boden gesessen sein.

Nun fehlt aber eine weitere Zeitangabe, was zuerst gar nicht aufgefallen sein mag. Denn erst als der eine Polizist sich auf dem vermeintlichen Täter zubewegt haben soll, 12.13 Uhr und 31 Sekunden, soll letzterer drei Sekunden später erneut geschossen haben. Also um 12.13 Uhr und 34 Sekunden.

Weit kann der Polizist demzufolge nicht gekommen sein, zumal er ja die Aktivität seines Gegenübers beobachtet haben musste. Wie lange? Zwei Sekunden vielleicht? Und dann eine Sekunde, um sich in Richtung des vermeintlichen Täters zu bewegen? Wie weit mag er gekommen sein? Zwei Meter? Hatte sich der Mann überhaupt bewegt?

Glauben die Behörden, dass die FOCUS-Leser dümmer sind als sie selbst?

Denn es passt nicht zusammen. Weder die offiziellen Angaben aus der Pressemitteilung mit der Spurenlage und wiederum beides nicht mit den Angaben zu der angeblichen Aufzeichnung durch die Überwachungskamera.

Es handelt sich hierbei nicht um jene DPD-Überwachungskamera oberhalb des hier abgebildeten Tores, wie wir anfangs angenommen haben.

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Der DPD-Trakt mit der Auffahrt.

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Und von der anderen Seite. Beim Verkehrsschild befand sich damals der Hänger am Straßenrand. Diese Kamera kann das Geschehen allerdings nicht aufgezeichnet haben.

Die Überwachungskamera, um die es hier geht, hängt oberhalb eines Paket-Shops für Privatkunden der Firma DPD, welcher sich in etwa diagonal gegenüber des Casinos „Luxor“ befindet.

Blick von jener Stelle, an welche damals der Streifenwagen an der Ecke des „Luxor“ gestanden ist. Die Überwachungskamera befindet sich oberhalb der rechten roten Säule.

Was ist nun genau auf diesem Überwachungsband zu sehen?

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte „dpa“ (siehe auch Zeit, Tagesspiegel usw. vom 19. April 2009):

„Dieses (Bildmaterial, Anmerkung des Autors) gibt jedoch das Geschehen nur teilweise wieder, da die Sicht auf den Täter durch die örtlichen Umstände eingeschränkt ist. Es ist zu erkennen, dass reger Autoverkehr herrscht und deshalb der Bewegungsraum für die Polizei sehr eingeschränkt war.“

Über einen „regen“ Autoverkehr liegen uns keine Kenntnisse vor.

Viel interessanter ist aber der offensichtliche Umstand, dass der Täter gar nicht auf dem Band zu sehen ist. Von der Sprecherin schwammig mit „eingeschränkte Sicht“ umschrieben.

Das ist natürlich Schade. Wir hätten gerne Tim Kretschmer dort erkannt und seine Handlungen verfolgt.

Diese beiden Bilder zeigen die Blickrichtung der Überwachungskamera oberhalb des Paket-Shops von DPD - allerdings etwas tiefer.

Die Sicht auf die Straße und den Gehweg gegenüber dem Autohaus Hahn ist in der Tat versperrt. Dagegen müssten die beiden Polizisten und ihr Fahrzeug sehr gut zu sehen gewesen sein.

Übersichtsskizze. Der Sichtwinkel der Kamera dürfte größer sein, da mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet. Sie kann dennoch nicht mehr eingefangen haben als das Polizeifahrzeug und die beiden Polizisten an der Ecke vor dem „Luxor“.

Geradezu lächerlich ist die Auskunft der Staatsanwaltschaft, die Dauer des angeblichen Schusswechsels mit genau 39 Sekunden anzugeben. Zwar bezieht man sich dabei auf diese DPD-Überwachungskamera, doch hat diese nur den kleinen Ausschnitt mit dem Polizeiwagen aufzeichnen können. Die Kamera kann diese Behauptung nicht dokumentieren. Weder bildlich noch akustisch - sie ist ohne Ton.

Dieses Überwachungsband wurde nie veröffentlicht.

Wir wissen also nicht, was tatsächlich auf dem Band zu sehen ist, über welches die Polizei erst spät die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt hat.

Ohne Einsicht müssen wir annehmen, dass diese Geschichte vor allem dazu dienen soll, um die riesigen Logiklöcher zu stopfen.

Wir lassen uns aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

Zusammenfassung.

Fassen wir die obigen Beobachtungen noch einmal kurz zusammen:

1. Der vermeintliche Täter hat erst einmal nicht das Autohaus aufgesucht.

2. Das Polizeifahrzeug war mit seinen beiden Insassen höchstwahrscheinlich bereits zu Beginn der Situation an der Ecke beim „Luxor“ platziert.

3. Der angebliche Täter hat sich ebenfalls von Anfang an auf dem gegenüberliegenden Gehsteig auf Höhe des Autohauses Hahn befunden, wo er möglicherweise auf irgendjemanden oder irgendetwas gewartet hatte.

4. Es gibt keinen Beweis für eine viel befahrene Straße, was augenfällig von den Behörden herausgestellt wird.

5. Es gibt keinen Beweis, dass der angebliche Täter zuerst geschossen hat, stattdessen deuten die Indizien darauf hin, dass einer der beiden Polizisten abseits seines Fahrzeuges zuerst das Feuer eröffnet hatte und der Beschossene überrascht wurde. Möglicherweise mit Platzpatronen, weil die Schusswirkung dieser Polizeipistole nicht auffindbar war.

6. Das nicht glaubhafte Zeitfenster zwischen Reaktion, Aktion und Verwundung der Person auf dem Gehweg.

7. Die Schusswirkung von Polizeimunition in den schwarzen Van, was auf die Verwendung eines Gewehres hindeutet.

8. Kein veröffentlichtes ballistisches Gutachten.

9. Die merkwürdige, weil „falsche“ Position der Hülsen 19-21, welche manipuliert worden sein könnten.

10. Die nicht vorhandene und nicht dokumentierte (!!!) Schusswirkung durch die Waffe des angeblichen Täters, Ausnahme: angeblich Kfz-Kennzeichen.

11. Die unterschlagene Suizidandrohung des vermeintlichen Täters und der Umstand, dass gleichzeitig gar nicht auf die Polizisten gezielt worden sein kann.

12. Die Aktion des angeblichen Täters in aussichtsloser Situation bei gleichzeitiger Nichtreaktion von seiten der beiden Polizisten.

13. Die viel zu späte Reaktion seitens des PHK Rehm, gekoppelt mit einer absolut schlechten Schussleistung und einem auffälligen Kontrast zur angeblichen Situation zuvor.

14. Ein weitaus längerer Aufenthalt auf dem Gehweg des vermeintlichen Täters als dargestellt.

15. Kein unmittelbares Nachsetzen der Polizisten, um dem angeblichen Täter, noch dazu verwundet, auf den Fersen zu bleiben, um weitere Personen zu schützen.

16. Die pathologische Posse um die Wunden beim angeblichen Täter, einschließlich der späteren halben Korrektur.

17. Falsche Hülsenangaben durch die Polizei.

18. Nicht auffindbare Schusswirkung des Polizisten auf der Kreuzung.

19. Die Verschwiegenheit bezüglich des PHK Schäfer bzw. dessen Verschwinden aus der Geschichte.

20. Der Versuch, diese Straßensituation anfangs nicht in die Pressemitteilungen aufzunehmen.

21. Der Versuch, sich mit der DPD-Kamera ein Alibi zu verschaffen.

22. Das heimliche Entfernen eines Details aus der offiziellen Presseerklärung.

Der behauptete Ablauf der Ereignisse kann sich so niemals ereignet haben, er ist von vorne bis hinten falsch.

Die von der Polizei und Staatsanwaltschaft verbreitete Geschichte ist eine einzige Lügengeschichte, an welche sich mit den angeblichen Geschehnissen im Autohaus eine weitere, nachweisbare Lügengeschichte anknüpft (siehe unten).

Die Massenmedien, welche diese haarsträubende Geschichte aufgetischt bekamen, taten genau das, was man von ihnen erwartete: nichts .

Weiter zu:

Teil 2.2 - Wendlingen

Zuletzt geändert: 10/07/2017 18:04