17. Prozesstag am Do., 25.11.2010 - Domaschke - Utz - Haller - G.

Rechtlicher Hinweis:

Anonymisierungsangebot


Jede der in diesem Artikel mit vollem Namen genannte Person, die eine Anonymisierung wünscht, möge sich bitte auf dem kurzen Dienstweg mit den Seitenbetreibern in Verbindung setzen.

Es handelt sich hierbei um Mitschriften eines öffentlichen Prozesses und einem entsprechenden öffentlichen Interesse an der Sache an sich.
Mit dem Anonymisierungsangebot erkennen wir jedoch an, dass wir evtl. Persönlichkeitsrechte als vorrangig behandeln und uns auch keinesfalls die im Prozess benannten Abläufe und Zitate zu eigen machen, sondern gerade eben die mögliche Unzulänglichkeit der dort getroffenen Aussagen ausstellen wollen.


Schriftsatz des Herrn Oberpsychologierates Wiczorek


Als Erstes kommt ein Schriftsatz vom 23.11.10 zur Verlesung :

Dieser bezieht sich auf den Kontakt des Herrn Oberpsychologierates Wiczorek zu Tatopfern des 11.03.09.

Herr Wiczorek habe demnach keine Tatopfer behandelt.

Es wird angegeben, dass Herr Wiczorek als Einsatzpsychologe des LKA, zusammen mit seiner Kollegin, Frau Claudia Geissler, am 11.03.09 gegen 13.00 Uhr im Krankenhaus Backnang den Kontakt zu den verletzten Schülerinnen Huber, Hering und Kasaloglu gesucht hätten.

Diese seien bereits vernommen worden und hätten weitere Gespräche abgelehnt.

Der Vater von Busra Kasaloglu habe darum gebeten, diesen Wunsch zu respektieren.

Man habe den Personen eine Visitenkarte übergeben, für den Fall, dass doch noch eine Betreuung gewünscht werde.

Am 12.03.09 habe die Oma von Janine Hering, bei der diese lebt, bei der Polizei angerufen und berichtet, Janine würde nur noch heulend in ihrem Zimmer sitzen und mit niemandem reden.

Es sei der Kontakt angeboten, aber in der Folge nicht wahrgenommen worden.

Am 27.03.09 habe der Anwalt der Fam. Kasaloglu mitgeteilt, seine Mandanten werden von Medienvertretern bedrängt.

Auch hier sollte von einem Kontakt zu Busra Kasaloglu abgesehen werden.

Es wurde demnach niemand behandelt.

Das Angebot sei zwar gemacht worden, aber in allen Fällen zurückgewiesen worden.


Der vorsitzende Richter zur Verständigung zwischen den Parteien


Der R. erklärt nun nochmals etwas zu der am Ende des letzten Sitzungstages von RA Rabe angesprochenen Verständigung zwischen den Parteien.

Offenbar bestünde ein Bedürfnis, die verschiedenen Interessenslagen zu besprechen, um die Fronten nicht weiter zu verhärten und sozusagen die „Luft rauszunehmen“.

Die Kammer sei hierin stark eingeschränkt und bewege sich im Rahmen der STPO nun einmal in einem sehr „engen Korsett“.

Mit dem § 257 c sei ein strenger Rahmen gezogen, in den nur Rechtsfolgen des Urteils, Beschlüsse und verfahrensbezogene Mitteilungen hineinpassen würden.

Es gehe den Beteiligten wohl eher um eine Verständigung darüber, wie es NACH diesem Prozess weitergehen soll - wie man weiterhin miteinander umgeht.

Der R. sehe es angesichts der verhärteten Fronten im Moment nicht verantwortbar, dem abwesenden Angeklagten Vorschläge zu machen, was die Rechtsfolgen betreffe.

In Bezug auf ein Geständnis des Angeklagten sei nicht einmal bekannt, ob er überhaupt etwas gestehen könne.

Im Moment sei kein Vorschlag möglich.

Herr RA Rabe wolle insgesamt, dass miteinander über die verschiedenen Befindlichkeiten gesprochen werde.

Dies sei vom Gericht NICHT leistbar, denn es gäbe strafprozessuale Hürden und Besonderheiten.

Die rechtlichen Folgen seien nicht absehbar.

Das Gericht könne demnach hierzu keine Vorschläge machen.

Der R. fragt, ob dazu jemand etwas erklären möchte.

Die STA erklärt, im Kontakt mit den Nebenklägern und der Verteidigung zu stehen.

Dies werde aber alles außerhalb des Gerichts geklärt.

Der R. macht deutlich, dass die Kammer NICHT involviert sei.

Diverse Ergebnisse, was die Rechtsfolgen betreffe, würden die Kammer jedoch durchaus interessieren.

So wie die Lage sich darstelle, sei es jedoch schwierig, hier einen Konsens zu finden.

Alle Verfahrensbeteiligten, einschließlich des Angeklagten, sollten bestimmte Positionen doch einmal überdenken.

Die Vernehmung der Frau Loy sei noch immer nicht abgeschlossen.

Der R. gibt an, er könne sich „in so weit aus dem Fenster lehnen“, als dass die Aussagen der Frau Loy NICHT allein entscheidend für den Ausgang dieses Prozesses seien.

Die Aussagen der Frau Loy seien „kein Gradmesser“ für den Ausgang des Verfahrens.


Die Zeugin Elke Domaschke über Tim K.


Nun erscheint als Zeugin die Schulleiterin von Donner & Kern, Frau Dr. Elke Domaschke, 50 J., aus Hegnach.


R

Frau Domaschke, Sie sollen ja in der Vergangenheit Kontakt mit Tim K. gehabt haben. Wann? In welcher Funktion?

Und woher kennen Sie den Tim?


Z

Er hat im September 2008 das Berufskolleg 1 begonnen und
ich habe diese Klasse in EDV unterrichtet.

Tim war wie viele andere ein sehr ruhiger Schüler. Ich habe zu
Unterrichtsbeginn die Aufgaben erklärt und dann hat jeder selbst geübt.

Tim war nie auffällig.


R

Was bedeutet eigentlich „private kaufmännische Schule“, welche Ausbildung wird da vermittelt und welchen Abschluß kann man da machen?


Z

Uns gibt es seit 2005.

Es handelt sich um eine staatlich anerkannte Ersatzschule.

Zuerst absolviert man das Berufskolleg 1, und wenn der Notenschnitt
ausreicht, im Anschluß dann das Berufskolleg 2, das dann zur Fachhochschulreife führt.


R

Und wie lange dauert das BK 1?


Z

1 Jahr.

Wir haben den gleichen Lehrplan wie die staatlichen Schulen.


R

Und das BK 2?


Z

Auch 1 Jahr. Aber BK 1 ist Voraussetzung für BK 2.


R

Und was bedeutet „Ersatzschule“?


Z

Weil viele staatliche Schulplätze fehlen, gibt es in Baden -
Württemberg das Privatschulgesetz, das heißt, der Staat erlaubt
privaten Trägern, die Unterrichtsinhalte zu vermitteln.

Manche Schüler kommen zu uns, weil Sie eben in staatlichen
Schulen keinen Platz bekommen oder weil die Eltern möchten, dass
Sie ihren Abschluß bei uns machen.


R

Wie sind die Bedingungen?
Müssen die Schüler das selbst finanzieren?


Z

Teilweise ja.


R

Tim kam ja nun von der Realschule.
Ist das so üblich?


Z

Voraussetzung ist der Realschulabschluß.


R

Kommen zu Ihnen eher schwächere Schüler?


Z

Oder welche, die woanders nicht unterkommen.

Manchmal ist das aber auch eine Elternentscheidung, weil bei uns eine intensivere Betreuung stattfindet.


R

Wie groß ist eine Klasse bei Ihnen so ca.?


Z

So etwa 18 - 24 Schüler.


R

Gibt es da eine Grenze vom Notendurchschnitt her für die Aufnahme?


Z

Wir nehmen erstmal jeden Schüler auf, egal wie der Schnitt aussieht, denn es gibt ja auch die sogenannten „Durchstarter“, die sich dann im Verlauf verbessern.


R

Das Abschlußzeugnis von Tim aus der 10. Klasse wurde ja schon in den Prozess eingeführt.

Wie ist das denn nun gewesen? Hat Tim oder seine Eltern das Verhältnis vertraglich eingeleitet?


Z

Ich habe schon darüber nachgedacht, an die Eltern kann ich mich aber nicht erinnern.

Ich glaube, ich habe einmal mit der Mutter telefoniert.

Ich meine, uns wurden die Unterlagen von Tim schonmal ein Jahr zuvor eingereicht und das aber abgesagt, 100% sicher bin ich da aber nicht.


R

Sie haben ja sowohl minderjährige als auch erwachsene Schüler. Bei den Minderjährigen werden die Verträge mit den Eltern gemacht? Für welchen Zeitraum?


Z

Ja.
Auf 24 Monate.
Manchmal auch nur bis zum Ende des BK 1.


R

Was kann man sich unter dem EDV-Unterricht vorstellen?


Z

Das ist Textverarbeitung und Excel.


R

Und wie oft war das?


Z

2 Stunden wöchentlich.


R

Sie wurden ja am 12.03. von der Polizei vernommen.
Am 11.03. hatten Sie ja von der Tat erfahren.

War Tim im Vorfeld denn schon der Aufmerksamkeit wert oder haben Sie das erst vom Nachdenken her rekonstruiert?


Z

Tim gehörte zu einer Gruppe von Schülern, die für mich unauffällig waren.

Das einzige Problem war Mathe, das habe ich aber erst nachher vom Mathelehrer erfahren.

Das war das einzige Fach, wo Tim auf einer 5 stand.

Man hat dann mit seinem Vater gesprochen und angeregt, dass Tim doch eine Nachhilfe nutzen sollte.

In Mathe hatten jedoch viele Schüler Schwierigkeiten.

Mir ist sonst nichts aufgefallen.


R

War die 5 in einer Klassenarbeit oder der Halbjahresnote?


Z

Halbjahres…..aber lassen Sie mich nicht lügen…da kann ich mich nicht festlegen, da bin ich nicht 100% sicher.


R

Das Gespräch mit den Eltern hat WER geführt bezüglich Mathe?


Z

Der Herr Schneider mit dem Herrn Kretschmer.


R

Aber das war nichts Außergewöhnliches?


Z

Nein, sowas findet immer statt, meist im Zusammenhang mit Elternabenden.


R

Wurden bei diesen Elterngesprächen auch Verhaltensauffälligkeiten besprochen?


Z

Nein.


R

Verhalten sich Schüler an einer Privatschule anders als auf einer staatlichen Schule?


Z

Das ist eine gute Frage: Ich kann sagen, dass sich bei uns die Schüler z.B. nicht prügeln.

Sie sind sehr höflich und es gibt nur wenig Schwierigkeiten.

Wir bemühen uns auch um eine gutes Verhältnis zu unseren Schülern.


R

Also gibt es schon Unterschiede?


Z

Unsere Klassen sind kleiner und wir kennen alle unsere Schüler.


R

Wieviele Klassen gibt es da?


Z

Damals waren es 7, mittlerweile sind es 15 geworden.


R

Man kann also die Schüler besser beobachten? Auch in den Pausen?


Z

Ja.


R

Womit hat Tim sich in den Pausen so beschäftigt?


Z

Tims Klasse speziell mit Pokern. Unsere Bedingung war allerdings, dass nicht um Geld gespielt wird.

Aber das war nur diese eine Klasse.


R

Und Tim, war der da dabei?


Z

Der war mit einbezogen, ja.


R

Hat er sich da beim Pokern anders verhalten als sonst?


Z

Das wäre nur eine Vermutung…..er war integriert, hat mitgespielt und, glaube ich, hat sogar das Spiel zur Verfügung gestellt.


R

Aus unseren Akten geht hervor, dass die Anmeldung am kaufmännischen Berufskolleg zum 08.09.08 erfolgte und der Beitrag 200,- Euro monatlich, bei Einzugsermächtigung 195,- Euro monatlich, betrug.

Unterschrieben ist das von Tim und Jörg Kretschmer.

Der Vertrag sollte bis 28. Juli 2010 laufen, dann stehen hier noch die AGB.

Der Vertrag wurde am 13.03.08 unterzeichnet.

Was hat es mit einer sogenannten „Übungsfirma“ auf sich?


Z

Ja, es gibt da verschiedene Partnerfirmen. Bei Tim war es die Fa. Kärcher.

Dort können die Schüler dann virtuell kaufen und verkaufen in Verbindung mit anderen Partnerfirmen.


R

Haben Ihnen andere Lehrer noch etwas über Tim mitgeteilt?


Z

Tim war nie Gegenstand von Lehrergesprächen, bis auf das mit Mathe.


R

Am 12.03. hatten Sie bei der Polizei angegeben auf die Frage nach Tims Interessen und Neigungen:

„Pokern und Computerspiele. Die Schule zählte sicher NICHT zu seinen bevorzugten Vorlieben.“

Worauf haben Sie das bezogen? Die Noten, die Mitarbeit?


Z

Ich weiß es nicht mehr.


R

Bei der Frage nach Auffälligkeiten gaben Sie an, bei Tim habe es Berührungsprobleme mit dem anderen Geschlecht gegeben, er sei kein Frauentyp gewesen, hätte keinen Charme gehabt und sei gehänselt worden. Man habe ihn „Mini-Timmy“ genannt.
Was hat es damit auf sich?


Z

Das weiß ich nur vom Hörensagen.
Das andere haben mir die Mädchen erzählt.


R

Hielten Sie das für normal oder ging das über Hänseleien hinaus?


Z

Da muss man die Schüler selbst fragen.
Ich denke, das war sicher nicht mehr, als sie das heute z.T.
untereinander machen.

Ich war bei sowas nie zugegen.

Generell müssen die Schüler lernen, respektvoller miteinander umzugehen. Das war sicher damals kein dauerhafter Zustand.


R

Was war mit der Schülerin Urban?
Haben Sie da weitergehende Erkenntnisse?


Z

Die Miriam ist mittlerweile in psychologischer Behandlung.


R

Hat die sich irgendwie seltsam geäußert?


Z

Ja, aber nach der Tat erst.
Es waren ja auch Psychologen an unserer Schule.


R

Offenbar hielt man sie für einen „Trittbrettfahrer“, weil sie sagte, sie könne sich „auch eine Amoktat vorstellen“.


Z

Ja, das war aber erst nach dem ganzen Geschehen.


R

Bei der Polizei hatten Sie angegeben: „Die Frau hat wohl einen Schatten.“

Mittlerweile ist sie aber wohl in fachkundigen Händen….


Z

DIE war auffällig.
Hat einen schon sehr in Beschlag genommen und hatte wohl auch schon Erfahrungen mit Psychologen.

Sie ist sehr kompliziert.


R

Es gab aber keine Erkenntnisse in Zusammenhang mit dem Tim?


Z

Nein.


R

Können Sie sich erklären, warum Tim das getan hat und wieso er nicht bei IHNEN etwas angerichtet hat?

Wieso gerade an der ARS?


Z

Das wäre reine Spekulation.


R

Es kam zutage, dass Tim DOCH mit einem Mädchen näher Kontakt gehabt haben soll.

Wissen Sie etwas darüber?


Z

Ja, die Julia (G.) war gestern noch bei mir.


R

Da soll ja was gewesen sein - haben Sie darüber irgendwelche Erkenntnisse?


Z

Nein.
Das wäre Spekulation.


R

Haben Sie da was erfahren?


Z

Gar nix. Sie war nur wegen dem Termin heute bei mir, war sehr aufgeregt und wollte gerne mit mir reden.


R

Was für eine Spekulation haben Sie denn?


Z

Es ist nur eine Vermutung: Dass sie einfach Aufmerksamkeit will….


R

Möchte die sich wichtig machen?


Z

Das wäre Spekulation….


R

Wissen Sie, was sie behauptet?


Z

Sie soll bei ihm gewesen sein….


R

Ist sie noch auf der Schule?


Z

Nein.


R

War sie denn eine Mitschülerin vom Tim?


Z

Nein.
Sie hat die kaufmännische Realschule gemacht, kam von der Hauptschule und wollte den Realschulabschluß machen.

Die ist ja schon etwas älter und hat ein kleines Kind. Sie gab an, dass sie es nicht mit Fern- oder Abendstudium schafft und wollte unser Angebot einmal probieren.

Im 1. Jahr gab es mit ihr ziemliche Auseinandersetzungen in der Klasse. Sie wurde nicht sehr ernst genommen.

Im 2. Jahr hatte sie sich dann mehr angestrengt.


R

Und wann ist die ausgeschieden?


Z

Im Juli 2010.


R

Und sie kam gestern zu Ihnen?
Warum?


Z

Sie kommt immer mal wieder.

Wahrscheinlich wegen dem Termin.

Sie kam aber schonmal und hatte berichtet, wie es um sie steht.

Sie hat recht komplizierte Verhältnisse…


R

Wollte sie inhaltlich etwas besprechen oder hatte sie einfach nur Bammel vor der Aussage?


Z

Nein, nicht inhaltlich.
Sie hatte einfach nur Angst und wollte fragen, ob sie nicht mit mir mitkommen könne.

Sie hatte ihren Termin aber erst um 14 Uhr, also ging es nicht.


R

Frau G. gab an, sie habe Tim schon vor 6 Jahren, also 2003, kennengelernt.

Gibt es dafür irgendwelche Anhaltspunkte?


Z

Nein, das hat mich überrascht. Davon wußte ich nichts.


R

Hatten Sie am 11.03. zu Außenstehenden Kontakt?


Z

Schon am 11.03. standen bei uns die Telefone nicht mehr still.

Wir haben versucht, die Journalisten von unseren Schülern fernzuhalten:

Wir haben Termine gemacht und das dann im 4. Stock abgewickelt.

Das lief dann über mich und den Chef.

2, 3 Schüler wurden aber wohl doch befragt…

Wir wurden von Journalisten belagert, haben aber so gut es ging versucht, die Schüler abzuschirmen…


R

Gab es bei den Befragungen auch finanzielle Motive?


Z

Es gibt eben immer wieder Schüler, die Aufmerksamkeit suchen….


R

Gehört da die Frau G. auch dazu?


Z

Da müssen Sie die Frau Zurhorst befragen, die könnte das eher wissen…


R

Ich frage aber SIE!


Z

Eventuell….


R

Ist das Ihre Einschätzung oder haben Sie sie darauf angesprochen?


Z

Es waren ja auch bei uns Schüler betroffen, die Freunde verloren hatten.

Bei der Julia bin ich mir nicht sicher, in wie weit sie das Ganze im Innersten bewegt…


R

Wie wurde in Ihrer Schule danach mit dem Geschehen umgegangen?

Wann hat sich die Situation wieder normalisiert?


Z

Wir hatten ja auch psychologische Unterstützung.

Vielleicht eine Woche drauf haben wir wieder relative Normalität versucht reinzubringen.


R

War denn „Amok“ im Vorfeld ein Unterrichtsgegenstand?


Z

Nein.


R

Und Waffen?


R

Das hatte die Frau Zurhorst behandelt, die kann da bestimmt besser drüber berichten.


Beisitzender R :

Wurden denn auf den Schul-PC's diese Spiele gespielt?


Z

Wir haben immer wieder versucht, das zu verhindern…

Aber ich bin kein Fachmann, dass ich weiß, wer was gespielt hat…


Beisitzender R:

Sie sind kein Fachmann, aber wußten Sie denn, was es für Spiele waren?


Z

Counterstrike zum Teil. Das wurde untersagt, von mir zumindest. Aber die haben uns immer wieder ausgetrickst und die Spiele wieder hochgeladen….


Beisitzende Richterin:

Haben Sie in Erinnerung, ob der Tim öfter mal zu spät kam?


Z

Da bekam ich schonmal eine E-mail-Anfrage wegen unserer Unterrichtszeiten.

Die habe ich aber nicht beantwortet, weil mir der Absender nicht bekannt war.

Tim hat nicht häufig gefehlt, daran kann ich mich nicht erinnern….


Beisitzende Richterin:

Laut unseren Akten kam er im März 3 mal zu spät und früher war er eher pünktlich…


Z

Kann schon sein.


RA Stuff:

Welchen Beitrag haben die Kretschmers bezahlt?


Z

195,- hätten sie zahlen müssen. Aber sie haben sogar den vollen Beitrag bezahlt.

Es wurde auch ein Teil wieder zurück überwiesen, weil Tim ja nicht das ganze Jahr teilgenommen hat.


Nun stellt der NK Jury Minasenko einige Fragen in ganz schlechtem Deutsch bezüglich Ballerspiele und Poker an der Schule, immer mit einem vorwurfsvollen Unterton dabei.

Die Wiedergabe erspare ich mir hier. Dies dient nicht der Aufklärung.


RA Gorka:

Wann haben Sie Tim zuletzt gesehen?


Z

Der 11.03. war ein Mittwoch…..Tags zuvor hatte ich ihn nicht gesehen…


RA Gorka:

Und wann dann?


Z

Zur letzten EDV-Stunde am Mittwoch zuvor.


RA Gorka:

Frau Dr. Domaschke. Welche Ausbildung haben Sie absolviert?


Z

Ich habe in der ehemaligen DDR die Fachschule für Pädagogik besucht, wo ich noch Psychologie und Sport sowie Kunsterziehung für Grundschulen belegt hatte.


RA Gorka :

Und in der Pädagogik haben Sie auch Ihren Doktortitel gemacht?


Z

Ja, das war in der Hochschule in Erfurt.


RA Gorka:

Würden Sie sagen, dass Sie aufgrund ihrer Ausbildung den psychischen Zustand eines Schülers besser beurteilen können, als ein Laie es könnte?


Z

Sie meinen, ob ein Amoklauf des Tim vorstellbar war?
Nein.

Ich war entsetzt.
Wie konnte ein ruhiger Schüler, den man eigentlich suchen musste, an diesem Tag zu einem Monster werden?


Prof. Haller:

Gibt es bei Ihnen einen Schulpsychologen?


Z

Nein.
Wir brauchen im Moment keinen.
Bei uns herrscht eine vernünftige Lehrer - Schüler - Beziehung.
Wegen Drogen und Alkohol wird öfter mal eine Aufklärung gemacht in Zusammenarbeit mit der Polizei.


Prof. Haller:

Wie hat Tim reagiert, wenn er zurecht gewiesen wurde?


Z

Ich kann mich nur an eine Situation erinnern:

Ich habe ihm das ganz in Ruhe erklärt und er hat das dann ausprobiert.

Da gab es nicht offensichtlich irgend etwas Auffälliges…


Oberpsychologierat Wiczorek:

Wie war Tims Stellung in der Klasse?
Kam Ihnen das mit den Berührungsproblemen nur zu Ohren?


Z

Ja, das weiß ich nur vom Hörensagen.

Die Kleidung war eher untypisch für einen Jugendlichen. Das haben mir die Mädchen nachher auch gesagt.

Auch das mit dem Geld kam mir zu Ohren, dass er es eben so versucht hat…


Oberpsychologierat Wiczorek:

Wie war er nun insgesamt in der Klasse?

War er beim Pokern anders?


Z

In der Klasse war er schon eher im Randbereich zu suchen.

Beim Poker spielte er mit wie alle anderen auch.

Da war aber einer, der so ein bisschen den Ton angegeben hat, der Steffen Bader.


Die Z. wird nun entlassen.


Der Zeuge Utz über die schulpsychologische Begutachtung des Tim K.


Es erscheint als Zeuge der 65jährige Diplom-Psychologe Heinz-Jörg Utz aus Bad Cannstadt, seit August 2010 im Ruhestand.


Der Z. habe die Funktion als Schulpsychologe in der schulpsychologischen Beratungsstelle des LRA Waiblingen innegehabt, heute wäre dies dem Schulamt Backnang zugeordnet.

Tim habe in der Gruppe mitgemacht, den Test verstanden und dieser sei altersgerecht ausgefallen.


R

Was ging dem voraus? Auf welcher Schule war der Tim?


Z

Der war auf keiner Schule (!!!) …. Doch…muß auf der ARS gewesen sein in der 8. Klasse.


R

Ihr Test datiert auf den 29.01.07…..?!


Z

Dann war das doch ein Jahr früher??? (!!!???)


R

Wie läuft das im Allgemeinen ab, wenn Sie in Anspruch genommen werden?


Z

Die Eltern melden sich bei der Verwaltung.

Dort werden die Daten erhoben und dann intern so eingeteilt, dass mehrere Schüler zum gleichen Testtermin kommen.

Die Beratung erfolgt danach individuell.


R

Was ging nun tatsächlich voraus im Falle des Tim?


Z

Die Fragestellung der Eltern „Schulwechsel? - was sollen wir tun“ und die Mitteilung von Faktoren und Störfaktoren ist für uns ausreichend, um für eine Diagnostik nach Waiblingen einzuladen.


R

Erinnern Sie sich jetzt im Nachhinein selbst oder haben Sie diese Akten nochmals gesichtet?


Z

Die Akten liegen nicht mehr vor, sind jetzt glaub ich im Kultusministerium.


R

Am 22.01.07 soll die Familie K. angegeben haben, dass man aufgrund der schlechten Noten in Klasse 9 herausfinden wolle, ob Tim evtl. überfordert sei.

Am 29.01. war dann der Test und vorher ging da ein Schreiben raus?


Z

Ja, ein Anamnesebogen wird zugeschickt, um das Motiv zu stärken und Dinge in Erfahrung zu bringen, die wir bei der Anmeldung noch nicht kennen.


R

Waren dann beide Elternteile dabei oder nur einer?


Z

Evtl. die Mutter. Das müsste in den Akten stehen.


R

Am 02.02. war dann die Beratung.
Das ist verlässlich erhoben.

Wurde denn von der Schule aufmerksam gemacht oder erfolgte die Initiative aus eigenem Antrieb?


Z

So wird es gewesen sein.
Ich vermute stark, dass die Initiative von der Mutter ausging.


R

Wie läuft so ein Test ab?


Z

Die Schüler werden klassenstufenbezogen zusammengefaßt.

Es handelt sich also um altersentsprechende Gruppentests.

Die Eltern sind bei den Tests nicht dabei.

Die Schüler müssen Aufgaben lösen, wie Wörter oder Symbole zuordnen und Fragebögen ausfüllen - mit Ankreuzen „stimmt/stimmt nicht“


R

Bei Ihrer Vernehmung gaben Sie an: „Er war Brillenträger“.

Hatte das für Sie eine besondere Bedeutung?


Z

Nur auf den Test bezogen. Evtl. hatte er bestimmte Figuren nicht erkannt.


R

Wie lange dauern diese Tests?


Z

2,5 Stunden im Ganzen, einzelne Abschnitte von 20 - 45 Minuten.

An das Ergebnis kann ich mich noch erinnern: Tim war kognitiv normal begabt und für die Realschule geeignet.


R

Zu den Einzelheiten steht hier:

Interessen und Befähigungen durchschnittlich.

Tendenzen zu Arbeitsvermeidung und Motivationsverlust.

Keine ausgeprägten Berufsinteressen.

Es sollten Lern- und Arbeitsverhaltensweisen mit Tim erarbeitet werden.


R

Was wurde nun in der Beratung von Ihnen angeboten?


Z

Wir geben bestimmte Empfehlungen wie bestimmte Lernfelder erarbeitet werden sollen.


R

War es vielleicht das Ziel der Familie herauszufinden, ob Tims Fähigkeiten für die Realschule ausreichend sind?


Z

Ich denke ja.
Das war das Hauptergebnis.


R

Sonst noch etwas, was erwähnenswert ist?


Z

Ja, dass alle gemachten Angaben gut 2 Jahre zurückliegen und Tim damals 15 Jahre alt war.


R

Worauf beziehen Sie das?


Z

Dass Jugendliche in diesem Alter sich noch stark verändern können.


STA:

Herr Kretschmer hatte ja angegeben, dass er nach dem Gespräch der Meinung gewesen sei, Tim sei sogar fürs Gymnasium geeignet.

Hat er Sie da mißverstanden?


Z

Es hätte die Möglichkeit bestanden, wenn Tim sich festigt, dass er dann auch ein technisches oder Wirtschaftsgymnasium hätte besuchen können. Also eher als Zukunftsperspektive zu verstehen.


Prof. Haller:

Um welche Persönlichkeitstests handelt es sich bei Ihnen?


Z

Wir haben die Fragebögen „SESKO“ und „SELMO“ vorgelegt.


Prof. Haller:

Wie war Ihr weiteres Angebot bezüglich Nachhilfe?


Z

Wir bieten nur Hilfe zur Selbsthilfe, also wir vermitteln nur Lern- und Arbeitsverhaltensweisen.


Prof. Haller:

Wieviel Prozent der Schüler kommen mit den Eltern?


Z

Jüngere, so bis 14 meist schon, das hat aber sehr pragmatische Gründe, weil die meist nicht motorisiert sind.


Oberpsychologierat Wiczorek:

Wie drückt sich die Tendenz zur Arbeitsverweigerung und der Motivationsverlust aus?


Z

Wir unterscheiden 2 Motivklassen:

Zum einen die spontane Anstrengungsbereitschaft, die war bei Tim eher niedrig, zum anderen die von außen angestoßene Anstrengungsbereitschaft.

Ich muß aber betonen, dass diese Ergebnisse NUR auf das SCHULISCHE Lernen bezogen sind!


Prof. Haller:

Welche Rückschlüsse lässt das auf den Ehrgeiz des Tim zu?


Z

In Bezug auf die Schule war der eher niedrig, z.B. bei Antworten wie „hoffentlich nimmt mich der Lehrer nicht dran“,
„lieber sind mir weniger Hausaufgaben“ und „Ich freue mich, wenn mal ein Schultag ausfällt“.


Prof. Haller:

Also kein Streber?


Z

Eher nicht.


RAin Stuff:

Ihre Tests waren also gar nicht darauf ausgelegt, Auffälligkeiten AUßERHALB des schulischen Bereichs zu entdecken?


Z

Unser Augenmerk liegt nur auf dem schulischen Bereich, außerhalb wird gar nicht angesprochen.


Der Z. wird nun entlassen.


Es ergeht die Verfügung, dass KOK Brunkow (Vernehmungsbeamte des Dennis Röhrich) auf den 07.12. um 13.30 Uhr geladen wird.

Des Weiteren wird nun der kurze Teil der Aussage der Frau Loy, der beim letzten mal protokolliert wurde, vorgelesen, um nach § 273 (3) STPO von den Verfahrensbeteiligten genehmigt zu werden.

Diese Genehmigung wird von allen erteilt.


Diskussion über das Gutachten des Prof. Haller


Nun geht es um das zu erwartende Gutachten des Prof. Haller und diesbezügliche Problematiken.


Der Prof. Haller sei insofern nicht mit dem gerichtlichen Sachverständigen Du Bois (der ja „ausgeschieden“ ist) vergleichbar, als dass Haller erst seine Stellung als Gutachter durch Ladung und Teilnahme erlangt hat.

Er habe den Angeklagten sowie Ute und Jasmin K. exploriert.

Nun kommt wieder das Thema Verwertbarkeit der Aussagen von Ute und Jasmin K. auf:

Du Bois hätte diese NICHT verwerten dürfen, da von staatlicher Seite bestellt.

Haller aber habe die Familie zu einem unbekannten Zeitpunkt untersucht.

Es stelle sich nun die Frage, um welches Verhältnis es sich zwischen der Familie K. und dem Prof. Haller zum Zeitpunkt der Untersuchung gehandelt habe.

Ob es nämlich ein „normales“ Behandlungsverhältnis war oder ob Prof. Haller schon Tatsachen für ein Gutachten erhoben hatte.


R

Herr Prof. Haller, wann haben Sie ihre Exploration durchgeführt?


Z

Das war am 20.11.09 von 10.30 - 18 Uhr.


R

Also zu einem Zeitpunkt, wo noch keine Anklage erhoben und unklar war, ob es dazu kommt.


NK-RA ? wirft ein, dass die Generalstaatsanwaltschaft bereits am 8. oder 9. Nov. 09 die Anklageerhebung angekündigt hat.


R

Was waren Umstände und Ziel dieser Begutachtung?


Z

Ich wurde von der Verteidigung angerufen. Zunächst war das nicht so klar.

Es sollte eine Stellungnahme zum Gutachten von Prof. Du Bois und eine unabhängige Meinung zur Therapie in Weinsberg eingeholt werden, gegebenenfalls für eine Gerichtsverwertung.


R

Ihr Gutachten haben Sie ja am 15.09.10 schriftlich verfasst - da schon für den Prozess?


Z

Zunächst gab es keine Frist.

Es war auch nicht erforderlich, da nicht feststand, ob überhaupt ein Prozess folgt.


R

Haben Sie Herrn Kretschmer danach nochmals untersucht?


Z

Nein.


Der R. thematisiert nochmals die Problematik.

Der Prof. Haller soll ja - unabhängig vom Sachverständigen-Status - auch als Zeuge vernommen werden.

Nun stelle sich die Frage, inwieweit Prof. Haller von den ihm gegenüber getätigten Aussagen von Ute und Jasmin K. berichten dürfte oder inwieweit das auch im Gutachten gesperrt wäre.

Würde an die JETZIGE Position des Prof. Haller angeknüpft, wäre eine positive Verwertung möglich.

Zum damaligen Zeitpunkt jedoch sei Haller ein privater Gutachter gewesen, so dass eine Entbindungserklärung der Beteiligten nötig sei.
Es bestünde nun ein Spannungsverhältnis.

Der R. betont, er sei NICHT verpflichtet, über das Zeugnisverweigerungsrecht nach § 53 zu belehren.

Prof. Haller habe das Wahlrecht, ob er Angaben macht, solange, bis eine Entbindung vorläge.

Ihm sei nicht bekannt, OB eine solche vorliegt.

Ggf. müsse der Prof. selbst entscheiden.

Dies gibt der R. nun einmal allen Beteiligten zu bedenken, damit man Klarheit schaffen kann, bis die Aussage des Prof. ansteht.


Nach der Mittagspause wird außerhalb des Saales die verheulte Zeugin Julia G. gesichtet.

Kurz darauf wird sie hereingerufen und wirkt während ihrer Aussage erstaunlich gefaßt.


Die Zeugin Julia G. über Tim K.


Frau Julia G., 22 Jahre, ausbildungsplatzsuchend aus Weinstadt, wird von einer Seelsorgerin begleitet.

Schlank, schulterlange rote Haare, mit Brille.


R

Frau G., wir haben gehört, dass Sie ein bißchen aufgeregt sind heute. Dazu besteht überhaupt kein Anlaß.

Hier geht alles ganz ruhig und sachlich zu.

Sie wurden ja auch schon von der Polizei vernommen.

Nur, was heute hier gesagt wird, ist für uns von Bedeutung.

Erzählen Sie mal - wann und wie haben Sie denn den Tim kennengelernt?


Z

Das weiß ich nicht mehr so genau.

Wir kennen uns durch einen Ex-Freund von mir.

Wiedergesehen hab ich ihn dann bei Donner&Partner.

Das war beim Pokern, da waren auch Klassenkameraden von mir dabei.


R

Wie lange sind Sie dort zur Schule gegangen?


Z

Von September 2008 bis Juli 2010.


R

Wann lernten Sie Tim kennen?


Z

Also ich bin jetzt 22…. Also knapp 6-7 Jahre.


R

Und wo?


Z

Das weiß ich nicht mehr. Tut mir leid.


R

Und wie hat sich das entwickelt von damals bis jetzt?


Z

Gar net.

Hab den so im Vorbeigehen durch meinen Ex kennengelernt.

Das hat sich dann verlaufen und später hab ich ihn wiedergesehen.

Der ist in Ordnung - passt.

Hat mir aber nichts bedeutet.


R

Und was haben Sie damals mit Tim gesprochen?


Z

Hallo. Wie geht's. Und Tschüss.


R

Im März 09 haben Sie angegeben, Sie würden Tim seit 6 Jahren kennen.

Jetzt sind wir ja zeitlich auch schon etwas weiter.

Beziehen Sie die 6 Jahre auf heute oder damals?


Z

Also…ich bin 88 geboren, also so mit 14…


R

Also 2002?


Z

Das haut hin, ja, war nur eine flüchtige Begegnung damals.


R

Was war denn jetzt 2002?


Z

Gar nichts. Ich habe den gar nicht realisiert und hätte ihn wahrscheinlich nicht wieder erkannt.


R

Sie haben sich nicht unterhalten?


Z

Wenn ich ihn realisiert habe, schon…. Wie geht's…?. Geht gut…. Belangloses.


R

Also nur Floskeln?


Z

Ja.


R

Wann haben Sie den Tim dann wieder gesehen?


Z

Das war erst bei Donner&Partner.


R

Sie waren VOR ihm dort?


Z

Ja. (!?) Er hat ja Berufskolleg gemacht, dann kam ich am 14.09.08.


R

Und wie lange war er zuvor da? (!?)


Z

Weiß ich nicht. Weiß nicht, ob der gleich Berufskolleg gemacht hat oder Wirtschaftsschule.


R

Waren Sie in seiner Klasse?


Z

Nein. Ich war ja auf der Wirtschaftsschule und er am Berufskolleg.


R

Gibt es da einen Unterschied?


Z

Beim BK kann man Abi machen, wenn ich mich nicht täusche….

In der Schule hatten wir nicht so Kontakt außer beim Pokern, da waren welche aus seiner und auch aus meiner Klasse dabei.

Es war immer recht lustig da zuzuschauen.

Ich wollte mir das schon selber beibringen, weil ich das Spiel nicht kann….


R

Tim war erst seit dem 08.09. dort - also kamen Sie nur 6 Tage später…

Haben Sie Tim beim Pokern bewundert?


Z

Ich habe ihn nicht nur bewundert - er hat mich fasziniert!


R

Und wie war das da? Und wo?


Z

Das war in der Mittagspause in der Aula, da gab es Pizza und Getränke.

Die spielten glaub ich um Chips.


R

Nicht um Geld?


Z

Weiß nicht, glaube nein.


R

Und war er gut, der Tim?


Z ( schwärmend )

Ja, der WAR gut.


R

Und war er stolz drauf?


Z

Ich nehme an, dass er stolz war.


R

Und war er da anerkannt, bewundert?


Z

Das kann ich so nicht sagen.

In Bezug auf Poker bekam er oft Lob.

In der Klasse wurde auch von Tim geredet.


R

Und da wurde wirklich nicht um Geld gespielt?


Z

Ach…lassen Sie mich nicht lügen…ich glaube Centbeträge….
Das wurde aber dann abgeschafft.


R

Wurde jeden Mittag in den Pausen gespielt?


Z (fragend)

Das weiß ich nicht mehr?


R

Und sonst - nach der Schule?

Sie waren ja in verschiedenen Klassen!?


Z

Wir haben uns ab und an mal getroffen so nach der Schule und uns über die Schule unterhalten - er hat dann erzählt, wie es so gelaufen ist….


R

Regelmäßig? Wie oft war das?


Z

Kann ich nicht mehr sagen.


R

Und was haben Sie so über ihn erfahren?


Z

Am Anfang war da noch eine Fassade da.

Alles in Ordnung. Prima. Klasse.

Wurde dann immer weicher und konnte dann die Fassade nicht mehr aufrecht erhalten.


R

Und wie lief es bei ihm in der Schule?


Z

Meines Wissens nach war er kein schlechter Schüler.


R

Und sonst so? Haben sie sich privat getroffen?


Z

Ab und an. Das war keine Beziehung oder so…

Er hat sich manchmal bei mir beklagt, „ausgekotzt“, dass er gerne eine Freundin hätt' und so…

A ist der Tim kein schlechter Mann und

B sieht er nicht schlecht aus, aber da ist nie etwas gelaufen.

Er hat nie 'ne Andeutung gemacht, dass er mehr wollte als reden….


R

Hatte der Tim denn sonst keine Freunde?


Z

Weiß nicht, ob Tim neben mir noch Freunde hat, wo er sich so auskotzen konnte…


R

Sie waren ihm ja damals etwas voraus und hatten Nachwuchs damals. Hat er bezüglich Frauen Ihren Rat gesucht?


Z

Den Nachwuchs habe ich heute immer noch…

Ich nehm's mal an.

Evtl. habe ich ihn besser verstanden als andere…


R

Was hat er denn nun so geredet?

Übers Pokern oder hatte er Frust wegen fehlender Freunde und fehlendem Kontakt mit Mädchen?


Z

Er hat halt keine Freundin gefunden. Frust hatte er schon.

Die Frauen von heute sind nicht das, was Tim gesucht hat.

Er war ein herzensguter Mensch und immer für seine Freunde da.


R

Für Freunde da, sagen Sie - HATTE er denn überhaupt welche?


Z

Ich kann nur sagen, dass Tim mit Kumpels gepokert hat, aber ob da auch privat was war, weiß ich nicht.


R

War der Tim ähnlich wie die Anderen oder etwas Besonderes?


Z

Für mich ist jeder Mensch etwas Besonderes.
Tim hat halt nicht so den „coolen Typen“ raushängen lassen.


R

War Tim eigentlich wie ein 16 - 17jähriger oder vielleicht 2 - 3 Jahre zurück? Es gibt ja einige 17jährige, die sich wie 14 verhalten….


Z

Würde ich nicht sagen, dass er da zurück war…
Genauso gerne wie er gepokert hat, hat er auch viel nachgedacht…. Hatte zumindest den Anschein….


R

Wissen Sie denn, ob er wirklich nachgedacht hat?


Z

Nein.


R

War Tim eher schüchtern?


Z

Kann ich nicht einschätzen…


R

Und wie oft haben Sie noch so geredet?


Z

Sie meinen intensiver? Hmmm…….


R

Wußten Sie, wo der Tim wohnt?


Z

Nein, hat mich nicht interessiert….


R

Wußten Sie, was der Vater beruflich macht oder etwas über Tims Elternhaus?


Z

Nein.


R

Hatte Tim Geld? Viel oder wenig?


Z

Mir war schon klar, dass Tim in einem normalen Einfamilienhaus wohnt, also nicht mit Parteien und so…


R

Hatte Tim Geschwister?


Z

Geschwister schon, aber wieviele oder ob Schwester oder Bruder weiß ich nicht…


R

Was hatte Tim für Hobbies?


Z

Er war im Schützenverein.


R

Hat er das gesagt?


Z

Nein.

Er hat aber gesagt, er macht Paintball oder …ich glaub Gotcha….(!!!)


R

Was ist das?


Z

Da geht man in den Wald mit einer Flektaluniform und schießt mit Farbkugeln. Die Gegner werden damit markiert.

Ich habe das aber nie gesehen…


R

Hat Ihnen der Tim das erzählt oder ist das Ihre Vorstellung davon?


Z

Ja, so stelle ich mir das vor…


R

Und was hat er sonst so erzählt?


Z

Dass er in Winnenden in der ARS gehänselt wurde, also viel…nicht gerade wenig….


R

Und wann war das und warum?


Z

Fragen Sie mich was Leichteres….


R

Sie haben ihn also nie gefragt:

„Was haben die mit dir gemacht?“


Z

Nein. Tim war so ruhig und so viel Kontakt hatten wir ja nicht…. Aber er hat es gesagt….


R

Und zuhause? Vater? Mutter?


Z

Weiß ich nichts…


R

Hatte der Tim vielleicht Stress zuhause?


Z

Das kommt doch in den besten Familien vor!?


R

Die anderen Familien interessieren uns aber nicht, sondern die Familie Kretschmer…!


Z

Weiß ich nicht.


R

Andere Waffen?


Z

Weiß ich nicht…


R

Wie ist der Tim denn nach Waiblingen gekommen?


Z

Das weiß ich aus den Medien….


R

Ich meinte, wie er immer zur Schule gelangt ist…?!


Z

Von Winnenden aus.


R

Aber Sie wußten doch nicht, wo er wohnt!?


Z

Wußte nur von Winnenden.


R

Haben Sie sonst was unternommen? Wie und wo?


Z

Weiß ich nicht mehr…


R

Und worüber haben Sie geredet?


Z

Über Gott und die Welt…..und über die Hänseleien…


R

Aber was jetzt konkret? Wenn das Thema immer wieder aufkommt muss er doch Näheres berichtet haben…????


Z

Also es ging da meistens um Frauen…dass sich keine für ihn interessiert hat…ich weiß nicht warum…


R

Haben Sie ihm da etwas geraten?


Z

Nein, nichts…


R

Nicht etwa, dass er mal sein Outfit verändern soll oder so?


Z

Ich hab ihm gesagt, dass er schon süß aussieht… und dass er sich nicht wegen Frauen verstellen soll… dass er SICH gefallen muss, nicht den Frauen…


R

Haben Sie im Vorfeld des 11.03. etwas beobachtet oder hat Tim gesagt, dass es ihm nicht gut gehe?


Z

Wenn, dann habe ich es nicht realisiert.

Aber es gab keinen Anschein, dass er da was geplant hat.


R

Sonst nichts geäußert? Waffen oder so?


Z

Wie gesagt: er hat sich über Waffen nicht geäußert.

Mag sein, dass Tim nicht mehr weiter wußte und ein Opfer seiner Psyche wurde…


R

Warum?


Z

Weiß nicht…


R

Was meinten Sie?


Z

Man erzählt nicht alles. Das war vielleicht bei Tim auch so.


R

Sie wurden ja schon von der Polizei vernommen und haben dort Angaben gemacht.

Können Sie sich erinnern, was Sie dort gesagt haben?


Z

Nein.


R

Haben Andere Sie auch befragt - die Medien z.B.?


Z

Ein Stern - Reporter hat mich 4-5 Monate belästigt…. Angeschrieben und wegen Interviews angerufen.

Ich war wohl das fehlende Mosaik für die, um Licht ins Dunkel zu bringen…

Davon wollte ich aber nichts wissen. Ich wollte einfach meine Ruhe.

Ich sagte, wenn ich bereit sei, würde ich mich melden…

Wochen oder Monate danach kam ich heim und meine Mutter hat mir gesagt, dass ein Herr xxxxx vor der Türe stand.

Den habe ich dann angerufen und rund gemacht!!!!

Das sprengt doch den Rahmen!!!!!

Ihr Interview können die sich sonstwo hin stecken….


R

Damals bei der Polizei - kann es sein, dass Sie da auch Dinge gesagt haben, die nicht so stimmen?


Z

Vielleicht. Weiß nicht…könnte sein, ich war im Eifer des Gefechts etwas überfordert und habe etwas Falsches gesagt…


R

Waren Sie auch betroffen nach der Tat?


Z

Ja, natürlich…. Ich hatte gleich Angst um mein Kind.


R

Wo haben sie sich meist getroffen und wie verabredet?


Z

Mal verabredet, mal einfach so auf der Strasse getroffen…


R

Und wo?


Z

Meist in Waiblingen.


R

Wo sonst?


Z

Nicht groß….???….


R

Haben sie Handynummern ausgetauscht?


Z

Weiß ich nicht…(!!!)


R

In Ihrer Vernehmung steht etwas von „gemeinsamen Aktivitäten“ und einem „Draht zueinander“ und dass sie sich in „unregelmäßigen Abständen in Waiblingen und Winnenden“ getroffen hätten.


Z

Gemeinsame Aktivitäten eher nicht.


R

Das können wir also schonmal streichen….


Z

Aber Treffen in Winnenden kann gut möglich sein…


R

Gefragt nach der Art Ihrer Beziehung zum Tim gaben Sie an:

„Meinerseits war es nur eine Freundschaft. Ich hatte aber das Gefühl, er hätte gerne mehr gehabt.“

Stimmt DAS denn?


Z

Bisschen ja, er hat aber nie groß versucht, da was versuchen….


R

Nicht versucht mal zu küssen, Händchenhalten oder anzufassen?


Z

Nein. Wenn er es gebraucht hat, hab ich ihn mal in den Arm genommen…


R

Wann HAT er das denn gebraucht?


Z

Wenn er das mit den Frauen und den Hänseleien erzählt hat…


R

Aber das mit den Hänseleien soll doch alles früher gewesen sein. Bei Donner und Partner war das ja offenbar nicht mehr.


Z

Ja, in der ARS eben….


R

Aber das Thema hat er wohl nicht ausgefüllt - was da alles mit ihm gemacht wurde?


Z

Nein.


R

Sie gaben an „vor 4 Jahren hat sich der Kontakt eher reduziert“.

Also war der Kontakt 4 Jahre zuvor intensiver?

Aber da hatten Sie ja GAR KEINEN Kontakt!!!!

Was war denn am 10.03.?


Z

Da haben wir uns kurz nach der Schule gesehen.


R

Und dann?

„Später am Abend sind wir dann in Winnenden herumgelaufen.

Wir liefen ca. 1 Stunde herum und unterhielten uns über Gott und die Welt.“

Stimmt das denn oder stimmt das etwa alles nicht????


Z

….aber GESEHEN haben wir uns an dem Tag….


R

„Veränderungen sind mir keine aufgefallen. Tim war ein guter Schauspieler.“

Was bedeutet DAS denn?


Z

Wenn er etwas geplant hat, dann hat er gewußt, wie er es verstecken kann…

Tim hatte eine harte Schale, aber einen weichen Kern, und von dem hat man halt in der Schule nichts gewußt. Das meine ich mit Schauspieler.


R

Was heißt für Sie „weicher Kern“?


Z

Dass man sich Menschen auch mal anvertraut.


R

Hat er das überhaupt: ich meine, Sie wußten weder wo er wohnt noch etwas über die Eltern…?


Z

Ja, ab und an hat er halt über die Hänseleien an der ARS erzählt und seine Probleme mit Frauen oder das Thema Freunde.


R (ab hier schon etwas genervt von der Z.)

Und das reicht?!

In Ihrer Vernehmung fragte man Sie, ob Sie wußten, unter welchen Problemen Tim am meisten litt:

„Dass er in der Vergangenheit häufig gehänselt und gemobbt wurde, speziell von Schülern aus seiner Klasse.
Und da war seine Vorliebe für Gotcha, das war ihm sehr wichtig.
Er war ein Waffennarr. Deshalb ließ er seinen Freundeskreis schleifen.“


Z

Hab mir halt Gedanken gemacht….


R

„…ließ seinen Freundeskreis schleifen“ bedingt doch, dass er überhaupt welche hatte…

Und „Waffennarr“??? Nur wegen der Gotcha-Waffen?


Z

Er hat halt mehr mit seinen Gotchas gemacht, als mit seinen Freunden….


R

Aber da hat er Ihnen darüber doch gar nichts erzählt, oder?


Z

Nein.(!!!)


R

Sie geben noch einen weiteren Problempunkt an: das Elternhaus.

Sie nennen hier einen Erwartungsdruck vom Vater.

Aber vom Elternhaus, haben Sie vorhin gesagt, hatten Sie doch gar nichts gewußt?!


Z

Er wurde immer gedrängt, dass er gute Noten bringt, dass hat er nicht geschafft. Das hat zur Enttäuschung geführt…


R

Ist das eine Schlußfolgerung von IHNEN?


Z

Ja.


R

Und die Mutter?


Z

Weiß ich nix…


R

In Bezug auf die Frauen-Problematik sagten Sie aus:

„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es mit der Mutter zusammenhängt.“


Z

Wie war das? Bitte nochmal…


R

Mit der MUTTER.

„Tim war ein Waffennarr - Probleme löste er mit seinen Gotcha-Waffen - für jedes Problem eine Kugel!“


Z

Gotcha hab ich ja erklärt.

Ich vermute halt, dass Tim ab und an mal im Wald mit seiner Gotcha auf einen Baum geschossen hat.


R

Uns interessieren hier aber Tatsachen und nicht Ihre Vermutungen!!!

„Er hatte nicht viele Freunde. Eigentlich gar keinen Kontakt. Namen weiß ich keine.“


Z

Waren wohl nur Bekannte….


R

„Ich glaube, der hat den Amoklauf alleine gemacht. Ich glaube nicht, dass er jemanden eingeweiht hat.“

Zur ärztlichen Behandlung sagten Sie:

„Manchmal hatte er einen Hänger. Ich glaube, Tim war dann ganz woanders.“


Z

Er war halt ruhig und zurückgezogen. Es kam mir so vor, als wäre er überhaupt nicht da.


R

Woher WUSSTEN Sie denn, ob das wirklich so war?


Z

Ich glaube es halt.


R

Also wieder eine Vermutung.

Ihre Vernehmung vom 29.04.09:

F: Wer hatte den Kontakt am Di. 10.03.09 vereinbart?

A: Wir haben uns zufällig getroffen. Ich kann und möchte mich nicht mehr erinnern.

F: Wo sind sie herumgelaufen und was haben sie gemacht?

A: In Waiblingen. Wo weiß ich nicht mehr.

F: Über welche Themen wurde gesprochen?

A: Völlig belangloses, Schule, nix Besonderes.

F: In Ihrer ersten Vernehmung haben Sie angegeben, dass Tim die Beziehung gerne enger gehabt hätte.
Wie schätzen Sie dies ein?

A: Die Beziehung war rein freundschaftlicher Art. Ich habe ihm nie das Gefühl gegeben, dass er da mehr reininterpretieren konnte. Es gab auch keine konkreten Anmachversuche.

F: Welche Schüler haben Tim gehänselt?

A: Namen kann ich keine angeben. Tim hat das verallgemeinert.

F: Hat Tim einmal Beispiele für solche Hänseleien angeführt?

A: Nein, ich meine aber, es wäre seine alte Schule gewesen.
Er hat das nur allgemein erzählt.

F: Können Sie uns sagen, wer der ehemalige Freund war, über den Sie den Tim kennengelernt haben?

A: Den will ich nicht benennen. Der hat seine eigene Last zu tragen.

Warum wollen Sie den denn nicht benennen???


Z

Weil ich das nicht will. Der hat seine eigene Last….


R

Kann es auch sein, dass diese Person nur vorgeschoben wird und Tim gar nicht kannte?


Z

Begrüßt habe sie sich damals. Mein Ex war auch an der ARS.


R

MICH interessiert ihr Ex-Freund auch gar nicht…


Z

Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das die dicksten Busenfreunde waren.

Mein Ex hat halt den Tim getroffen und begrüßt…

Mit Schauspieler vorhin meinte ich auch, dass Tim eine aufgesetzte Heiterkeit hatte, aber eigentlich traurig war.

Die Erlebnisse aus der ehemaligen Schule hat er aber nur oberflächlich geschildert…


R

Heiterkeit bei Tim? Da sind Sie der erste Zeuge, der sowas sagt!!!!

Weiteres aus Ihrer Vernehmung:

F: Wie kommen Sie zu der Annahme, dass Tim Probleme mit Frauen/Mädchen hatte?

A: Er hat das Thema meist nur angerissen, aber nichts Bestimmtes gesagt.

Über die Vorliebe für Waffen sagten Sie:

„Gotcha-Waffen nutzte er zur Problembewältigung. Waffen waren für ihn so wie für andere das Boxen.“

„Über Freunde haben wir uns nie unterhalten.“

Dann steht da noch eine Anmerkung des Vernehmungsbeamten:

„Die Zeugin weinte während der gesamten Vernehmung.“


Beisitzender R:

In Ihrer ersten Vernehmung gaben Sie noch an, sich mittags in der Schule getroffen zu haben und dann nochmals später am Abend.
Das stimmt also nicht?

In Ihrer 2. Vernehmung erzählten Sie nur von Herumlaufen in Waiblingen - das war dann mittags?


Z

Gesehen haben wir uns in der Schule…aber ob wir da rumgelaufen sind????


STA:

Sind Sie in psychologischer Behandlung?


Z

Nein.


STA:

Es fällt mir schwer, mir ein Bild von Ihnen zu machen, aber nach all dem habe ich den Eindruck, dass Tim K. nur ihr imaginärer Freund war. Oder gab es das etwa alles gar nicht?

Das ist alles sehr schwierig und schwer zu glauben…

Ich möchte Sie nun ungern mit Ermittlungsverfahren wegen Falschaussagen überziehen, aber….


NK-RA ?

Sie beschrieben Tim als herzensguten Menschen, der immer für seine Freunde da war.
Gleichzeitig galten Ihre ersten Gedanken Ihrem Kind - hatten Sie da Angst?


Z

Ja, ich hab gedacht, oh weja, mein Kind, hoffentlich geht er da nicht in den Kindergarten…


NK-RA?

Aber das ist doch ein Widerspruch!


Z

An dem Tag war Tim ja nicht bei Sinnen….


NK Nalepa:

Wußte denn der Tim, wo SIE wohnen?


Z

Nein.


NK Nalepa:

Wieso dann Angst um das Kind???


Z sagt nichts.


RAin Bölter:

Wenn Tim K. jetzt hier wäre, würde er dann Ihre Angaben bestätigen?


Z

Ich weiß nicht….


RAin Bölter:

Wie alt war Tim, als Sie ihn zum ersten Mal getroffen haben?


Z

Weiß nicht.


RAin Bölter:

Aber rechnen können Sie doch?

Tim war da gerade mal 10 Jahre alt !!!!

Das ist mir wirklich zu schräg.


Z

Hab ihn halt älter geschätzt…


R (mit zynischem Unterton)

Ja, ja, schon klar….


Die Zeugin wird entlassen.

Draußen sieht man diese junge Frau wieder in Tränen ausbrechen.


Hiermit schließe ich den Bericht zum 17. Prozesstag.


Rechtlicher Hinweis:

Anonymisierungsangebot


Jede der in diesem Artikel mit vollem Namen genannte Person, die eine Anonymisierung wünscht, möge sich bitte auf dem kurzen Dienstweg mit den Seitenbetreibern in Verbindung setzen.

Es handelt sich hierbei um Mitschriften eines öffentlichen Prozesses und einem entsprechenden öffentlichen Interesse an der Sache an sich.
Mit dem Anonymisierungsangebot erkennen wir jedoch an, dass wir evtl. Persönlichkeitsrechte als vorrangig behandeln und uns auch keinesfalls die im Prozess benannten Abläufe und Zitate zu eigen machen, sondern gerade eben die mögliche Unzulänglichkeit der dort getroffenen Aussagen ausstellen wollen.

Zuletzt geändert: 07/02/2017 04:03